Studium abbrechen – Krise als Chance

Studium abbrechen – Krise als Chance

Was haben Leo Tolstoi, Steve Jobs, Mick Jagger, Barbara Schöneberger und Otto Waalkes gemeinsam? Richtig: Sie alle haben ihr Studium abgebrochen. Die Vorurteile über Studienabbrecher halten sich hartnäckig. Doch eines zeigen diese Beispiele: Trotzdem kann man es zu etwas im Leben bringen. Oder gerade deswegen?

Vorweg: Sie müssen kein ausgemachtes Computer-Genie, Bestseller-Autor oder Showtalent sein, um den vermeintlich soliden Weg bis zum Examen zu verlassen. Gründe, warum man sein Studium an den Nagel hängt, gibt es reichlich.

Probieren geht über Studieren

Kaum eingeschrieben, stellt manch einer fest, dass Studieren in Wirklichkeit ganz anders abläuft als gedacht. Andere ereilt die große Sinnkrise erst nach einigen Semestern. Und die nächsten zwingt die akute Ebbe im studentischen Portemonnaie dazu, sich eine „richtige“ Arbeit zu suchen.

Obwohl in all diesen Fällen das Studium vorzeitig endet: Die Entscheidung fällt den meisten nicht leicht. Schließlich gilt hierzulande eine formal abgeschlossene Ausbildung nach wie vor als Voraussetzung für Ansehen, Karriere und Wohlstand.

Dementsprechend groß sind im Regelfall die Bedenken, die unzufriedene Studierende mit sich herumtragen. Wer sein Studium abbricht, wird unter Umständen als wenig zielstrebig wahrgenommen, als unstet oder als jemand, der den Herausforderungen des Lebens nicht gewachsen ist usw.

Doch das Gegenteil ist der Fall: Sich für eine Richtung zu entscheiden heißt immer auch, sich gegen alle anderen Alternativen zu auszusprechen. Und manch einer muss es am sprichwörtlich „eigenen Leib“ erfahren, wie es ist, etwas zu tun, bevor er es lässt. Schließlich beinhalten Fehler immer auch die Chance, das Vorhaben in Zukunft klüger anzugehen.

Der richtige Zeitpunkt

Neben der Frage nach dem „Ob“ spielt für manchen auch die Frage nach dem „Wann“ eine Rolle. Kurz vor dem Examen hinzuschmeißen, wäre sicher unklug. Aber wer kurz nach der Immatrikulation oder auf halber Strecke zum Abschluss feststellen muss, dass ihn dieses Studium in eine Sackgasse führt, hat es wenigstens probiert.

Abbrecher und Personaler

Bestimmte Vorurteile sterben wahrscheinlich nie aus. So wird es immer Personaler geben, die von ihren zukünftigen Mitarbeitern ein 100 Prozent stringentes Curriculum erwarten. Doch auf der anderen Seite achten immer mehr Arbeitgeber auf weitere Qualifikationen der Bewerber. Wichtig ist jetzt nur:

Neuorientierung

„Steile Gegenden lassen sich nur durch Umwege erklimmen“, wusste auch schon Johann Wolfgang von Goethe. Es ist völlig normal, nicht direkt zu wissen, was Sie statt des Studiums unternehmen wollen. Daher können Sie diese Phase ebenso gut zur Orientierung nutzen. Probieren Sie zur Not verschiedene Möglichkeiten aus.

Suchen Sie sich Nebenjobs, machen Sie Praktika oder belegen Sie Sprachkurse (Online oder an der VHS)  – Alles, was Sie jetzt erfahren, bringt Sie näher zu Ihrem eigentlichen Ziel.

Bewerben

Denn früher oder später werden Sie wahrscheinlich an den Punkt kommen, an dem Sie sich im Wettbewerb mit Hochschulabsolventen beweisen müssen. Daher sollten Sie auch dann noch zu den Brüchen in Ihrer Biographie stehen können.

Wer konsequent an sich arbeitet, macht auch ohne Hochschulexamen Erfahrungen, die ihn für Arbeitgeber wertvoll machen: Mit kurzfristigen Beschäftigungen im Portfolio weisen Sie sich als pragmatischer Zeitgenosse aus, der auch anpacken kann. Praktika sind eine hervorragende Möglichkeit bei der Berufsfindung usw.

Weiterführende Links

Studienabbrecher – Info-Portal und Job-Börse für Studienabbrecher

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