Arganöl: Wertvolles Heilmittel aus natürlicher Quelle

Bildquelle: Luisa Puccini / Shutterstock.com

Arganöl ist das teuerste Öl der Welt. Gewonnen wird es aus den Früchten des Arganbaumes, der nur in einem eng begrenzten Randgebiet des Atlasgebirges im Süden Marokkos wächst. Aufgrund seiner hohen Anteile an Antioxidantien, Vitaminen, Saponinen und anderen wertvollen Inhaltsstoffen findet es als hochwertiges Speiseöl sowie in der Kosmetikindustrie Verwendung. Eine besonders hohe Qualität besitzt dabei Arganöl, das in reiner Handarbeit gewonnenen wird.

Inhaltsverzeichnis

Einzigartig – der Arganbaum

Ein Baum, der 450 Jahre alt wird und Temperaturen bis zu 50 Grad sowie lange Dürreperioden aushält – das ist der Arganbaum. Diese extremen klimatischen Bedingungen finden sich im Süden Marokkos. Nur dort gedeiht der Baum auf einer Gesamtfläche von etwa 800.000 Hektar. Aufgrund dieser Einzigartigkeit wurde der Arganbaum unter dem Titel „Baum des Lebens“ zum Weltkulturerbe erklärt. Die UNESCO stellte 1998 das Gebiet, in dem er wächst – die Arganeraie – als Biosphären-Reservat unter Naturschutz. Die Wurzeln des Baumes erreichen eine Länge von 30 Metern und ziehen so auch noch das letzte Tröpfchen Wasser aus dem Boden. Mit seiner gewaltigen grünen Blattmasse wirkt er wie ein Fremdkörper in der sonst kahlen, ausgedörrten Landschaft. Die Früchte des Arganbaumes haben eine sehr dicke Schale, die sechszehn Mal härter ist als die Schale der Haselnuss. Diese schützt die im Innern befindlichen weichen Kerne, die etwa die Größe von Kürbiskernen haben. In ihnen verbirgt sich der wertvolle Inhalt – das Arganöl.

Herstellung des Arganöls

Arganöl herzustellen, ist ein aufwendiger, langwieriger Prozess. Traditionell ist es eine Arbeit, die die marokkanischen Frauen erledigen. Aus einer Ernte von 30 Kilogramm Früchten – die Erntemenge von fünf Bäumen – gewinnen sie lediglich einen Liter Öl. Um Beschädigungen der Früchte bei der Ernte zu vermeiden, werden diese nicht direkt vom Baum gepflückt, sondern erst aufgesammelt, wenn sie von selbst zu Boden fallen, was zwischen Juli und September geschieht. Die Frauen bringen die Früchte dann zum Wiegen in die Kooperationszentrale. Dort wird alles genau dokumentiert, damit die Herkunft des Rohstoffes beim Export jederzeit nachvollzogen werden kann. Nach einer Trocknungszeit von drei Wochen in der glühenden Sonne beginnt die Weiterverarbeitung. Die nach EU-Vorschrift in Schutzkleider gehüllten Frauen knacken nun die harten Schalen, pulen die Kerne heraus und rösten diese eine halbe Stunde über offenem Feuer. Anschließend zermahlen sie die Kerne und kneten den entstehenden zähflüssigen Brei unter Zugabe von Wasser zu teigähnlichen Klumpen. Aus diesen pressen sie das Öl mit der Hand heraus, filtern es und füllen es zum Versand in Flaschen. Unterstützung bekommen die Frauen von der Union des Coopératives des femmes de l’Arganeraie (UCFA), die sich gegen eine industrielle Produktion von Arganöl und für die Erhaltung der traditionellen Handarbeit einsetzt.

Vielfältige Verwendung

Arganöl wird seit Jahrhunderten von den Berberfrauen zur Speisezubereitung und für die Pflege von Haut und Haaren benutzt. Sie wussten, dass ihre Haut durch das Öl glatt und jugendlich bleibt – trotz der extremen Witterungsbedingungen in ihrer Heimat. Seit einigen Jahren findet Arganöl auch hierzulande Verwendung. Die Gourmetküche zaubert damit exklusive Speisen, die Kosmetikindustrie benutzt Arganöl für die Herstellung hochwertiger Hautpflegeprodukte, denn Arganöl pflegt den Körper innerlich und äußerlich. Seine Phytosterole und der hohe Prozentsatz an ungesättigten Fettsäuren, unter anderem die zur Omega-6-Gruppe gehörende Linolsäure, spenden Haut und Haaren Vitalität und Frische. Saponine haben einen entzündungshemmenden Effekt und reduzieren die Faltenbildung. Damit besitzt Arganöl ideale Inhaltsstoffe für die Herstellung von feuchtigkeitsspendenden Cremes, Cremes zur Faltenreduzierung, gegen Schuppenflechte, Neurodermitis und zur Ekzembehandlung. Auch als Haarwuchsmittel verwendet, sollen Arganprodukte Wunder wirken. Als Speiseöl genutzt, unterstützt das Öl die Organfunktion und die Darmschleimhaut. Vitamin E und andere Antioxidantien wehren dabei freie Radikale ab und fördern die Regeneration. Speisen zugesetzt ist Arganöl durch die enthaltenen Phytosterole ein idealer Cholesterinsenker und wirkt sich positiv auf Kreislauf und Magen aus.

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