In 4 Phasen durchs Bewerbungsgespräch

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Natürlich können Sie nicht jede Frage des Vorstellungsgesprächs im Voraus beantworten. Doch generell liegen auch Job-Interviews bestimmte Routinen zugrunde. Das geht beim Empfang los, zieht sich über die souveräne Selbst-Darstellung und erwartbare Fragen bis zum gelungenen Gesprächsabschluss.

Jede dieser vier Phasen verfolgt einen bestimmten Zweck. Vergleichbar mit einem Puzzle , dessen Bausteine ein Gesamtbild vermitteln – vom Bewerber, aber auch von den Ansprüchen an Arbeitsplatz und Arbeitgeber. In vier Teile zersplittert lässt sich das Gespräch besser einschätzen und planen.

1. Begrüßung

Alles beginnt mit der Begrüßung. Es folgt ein Moment Small-Talk: Wie die Anfahrt war, ob Sie sich gut zurecht gefunden haben usw. Davon hängen Ihre Job-Aussichten nicht direkt ab, dennoch stellen Sie bereits hier die Weichen für das Gesprächklima.

Denn hier bewahrheitet das geflügelte Wort vom “ersten Eindruck”, für den es bekanntermaßen keine zweite Chance gibt. Das bedeutet: Antworten Sie freundlich, aber knapp. Ob Sie über das Wetter reden oder den Straßenverkehr auf der Autobahn zum Firmensitz – sie “dürfen” oberflächlich bleiben.

Doch halten Sie es positiv. Beispiel: “Auf der A1 gab es heute früh noch Stau, aber schlussendlich bin ich doch gut durchgekommen.” Die unbequeme Wahrheit (verpätete Züge, Haarstyling-Dramen im Bad etc.) interessiert an dieser Stelle niemanden.

Tiefschürfendes oder Problematisches würde Ihre Gesprächspartner vermutlich nur irritieren. Wenn man Ihnen Getränke anbietet: Nehmen Sie ruhig an, doch seien Sie nicht wählerisch. Kaffee (“Milch und Zucker?”) oder Tee (nichts für Büro-Machos!) sind durchaus üblich.

Im Sinne einer neutralen Selbstdarstellung sind Sie mit Wasser immer auf der richtigen Seite. Suchtmittel (u.a. Alkohol und Zigaretten) sind dagegen tabu!

2. Vorstellung

In kleineren Unternehmen können Sie auch auf einen einzigen Personalverantwortlichen treffen. Doch in der Regel werden Sie als nächstes einem oder mehreren Beisitzern vorgestellt: Das können Vertreter aus den Fachabteilungen sein, Personalsachbearbeiter, aber auch Psychologen.

Ab jetzt gilt: Hören Sie aufmerksam zu, wann immer Ihre potenziellen Arbeitgeber etwas sagen. Sie können (und sollten) es anschließend mit Ihrer Eigenpräsentation verbinden. Zuweilen werden diese Informationen später abgefragt (als Aufmerksamkeits-Test).

Gut, wenn Sie Notizblock und Stift parat haben. Vor allem können Sie darauf auch Fragen zum Unternehmen vermerken, die Sie (sofort oder später) während des Gesprächs anbringen.

3. Selbstdarstellung

Anschließend werden Sie aufgefordert, etwas über sich und Ihre Qualifikationen zu erzählen. Gängig sind Fragen wie “Warum sind Sie für diese Position geeignet?” und “Erzählen Sie etwas über sich”. Das ist die Aufforderung, gezielt die Anforderungen aus dem Stellenangebot mit dem eigenen Profil überein zu bringen.

Dabei zahlt sich wiederum eine gute Vorbereitung aus. Ihre Gesprächspartner interessieren sich nur für den Ausschnitt aus Ihrer Biographie, der direkt etwas mit der ausgeschriebenen Stelle zu tun hat. Dabei sollten Sie Folgendes beachten:

Antichronologische Reihenfolge

Erzählen Sie nicht Ihr Leben seit der Grundschule, sondern beginnen Sie mit der aktuellen Tätigkeit und gehen Sie zurück bis zu Ihrer Ausbildung. Falls es sich um die erste Stelle nach dem Studium handelt, gehen Sie gegebenenfalls auf Schwerpunkte Ihrer Abschlussarbeit bzw. Ihres Studiums ein. Anschließend verbinden Sie diese Themen mit der angestrebten Tätigkeit.

Leitmotiv-Technik

Im besten Fall sind Präsentation spannend wie ein Thriller von Hichcock: Ähnlich wie ein Film sollten auch Ihre Ausführungen ein Leitmotiv haben, sprich: starke Argumente, die Sie für das Unternehmen interessant machen. Je klüger Sie diese Argumente einsetzen, desto interessanter machen Sie sich für Ihre Gesprächspartner.

Doch im Gegensatz zum Film sollte sich Ihre Selbstdarstellung auf maximal fünf Minuten beschränken. Neben diesem “Director’s Cut” sollten Sie aber noch einen ca. einminütigen “Teaser” parat haben. Je nach Situation können Sie auf die Anforderungen Ihres Gegenübers eingehen.

Wenn sich aus der Kurzversion für den Personaler Fragen ergeben, wird er gegebenenfalls nachhaken.

Konkrete Beispiele

Auch, wenn Enthusiasmus für einen Job wünschenswert ist: Hüten Sie sich vor Übertreibungen. Halten Sie sich bei Ihren Ausführungen stattdessen lieber an Fakten. Belegen Sie Ihre Hauptargumente mit nachvollziehbaren (notfalls prüfbaren) Referenzen. Das macht Ihr starkes Engagement erst recht glaubhaft.

4. Fragen und Verabschiedung

Zum Ende des Vorstellungsgesprächs können Sie nicht nur selbst Fragen zum Unternehmen stellen, nein, Sie sollten sogar unbedingt! Spätestens an dieser Stelle bewährt sich eine gründliche Vorab-Recherche. Alles Nötige finden Sie mittlerweile im Internet, oder bekommen es direkt von der PR-Abteilung der Firma.

Im besten Falle ergibt sich daraus ein Fachgespräch. Damit bezeugen Sie Ihr ernstzunehmendes Interesse an der Stellle sowie den Willen, sich in das Unternehmen zu integrieren. Zuweilen bekommen Sie eine kurze Führung durch die Geschäftsräume, bevor man Sie schließlich zur Tür geleitet.

Weiterführende Links

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