Der Lebenslauf – Das Wichtigste in Kürze

Fast noch wichtiger als ein vorbildliches Bewerbungs-Anschreiben ist häufig der Lebenslauf. Schließlich listet er in Kürze alle wichtigen Stationen Ihrer Biographie auf. Doch auch der berufliche Werdegang sollte formalen und inhaltlichen Kriterien standhalten.  So erkennen Personalchefs auf den ersten Blick, wer qualifiziert ist.

Das heißt im Umkehrschluss: Wer die Mindeststandards nicht erfüllt, fällt ungesehen durchs Raster. Schade um die Zeit, die Sie mit dem Zusammenstellen Ihrer Bewerbungsunterlagen vergeudet. Dabei ist es an sich gar nicht so schwierig:

Grundsätzliches zum Lebenslauf

Übersichtlich gestaltet und inhaltlich präzise – das sind nämich eigentlich schon alle Kriterien, die ein Lebenslauf erfüllen muss. Dazu gehören “verkehrsübliche” Schrifttypen (Times New Roman oder Arial) in leserfreundlicher Größe (10 bis 12 p).

Für Überschriften oder Hervorhebungen können Sie auch andere Schriftgrößen oder Fettdruck benutzen. Der Text ist grundsätzlich einzeilig zu halten, sonst wird das Dokument zu sehr auseinandergezogen bzw. wirkt gedrängt.

Wegen der Übersichtlichkeit sollte der Lebenslaufe insgesamt nicht länger als zwei Seiten (DIN A 4) sein. Es sei denn, sie verfügen über mehr als fünf Jahre Berufserfahrung. In diesem Fall wären drei Seiten durchaus in Ordnung.

Außerdem: Bleiben Sie bei der Wahrheit. Wer beispielsweise Fähigkeiten “erfindet” oder überhöht, läuft Gefahr, früher oder später “enttarnt” zu werden. Sei es, weil Ihr künftiger Chef Sie im Vorstellungsgespräch darauf anspricht oder später, im Berufsalltag, diese Kenntnisse als selbstverständlich voraussetzt.

So gestalten Sie Ihren Lebenslauf richtig

Am Kopf der Seite steht mittig das Wort “Lebenslauf” (auch: “beruflicher Werdegang” oder “Curriculum Vitae”) – das Thema der folgenden Ausführungen. Das Foto oben rechts, beginnen Sie in der Spalte links daneben mit Angaben zu Ihrer Person:

  • Name: Vor- und Nachname, ggf. Geburtsname
  • Adresse
  • Geburtsdatum und -ort
  • Familienstand

Der Hinweis auf die familiäre Herkunft (Eltern und deren Beruf) ist -wenn überhaupt- nur noch bei (minderjährigen) Auszubildenden üblich. Die Angabe der Religion bzw. Konfession ist nur notwendig, wenn es für den Arbeitgeber wichtig ist (z.B. bei kirchlich geführten Institutionen). Die Staatsangehörigkeit anzugeben ist bei deutschen Staatsbürgern nicht nötig.

Üblicherweise folgen nun die wichtigsten Lebensstationen (frühestens Abitur bis heute) unter Angabe der jeweiligen Monate und Jahre (z.B. 08/09 – 07/11). Dazu zählen:

  • Berufserfahrung: Arbeitgeber, Position, Tätigkeiten
  • weitere Praxis-Erfahrungen: Praktika, Nebenjobs, Auslandssemester
  • Studium: Studiengang, Hochschule, Examen und Note, Abschlussarbeit (Thema)
  • Schulbildung (Höchster Schulabschluss)
  • spezielle Kenntnisse (z.B. EDV, Führerschein, Fremdsprachen)
  • private Interessen und Hobbys (soweit für den Arbeitgeber interessen)

Den Lebenslauf schließen Sie mit Ort und Datum ab (z.B. München, 20.09.2003). Mit Ihrer Unterschrift daneben verbürgen Sie sich für die Richtigkeit aller Angaben. Verwenden Sie dazu möglichst blaue Tinte.

Eine Frage der Form

Im Laufe der letzten Jahre haben sich unterschiedliche Formen von Lebensläufen etabliert. Welche Sie wählen, hängt zum Einen von Ihrem potenziellen Arbeitgeber ab: Handelt es sich um ein international agierendes Unternehmen, sollten Sie die “amerikanische” Form wählen. Bei nationalen Firmen können Sie an die europäische Form halten.

amerikanisch oder europäisch?

Der augenscheinlichste Unterschied zwischen amerikanischen und “europäischen” Lebenläufen ist die Reihenfolge. Hierzulande zählt man häufig alle wichtigen Lebensstationen chronologisch auf, zum Beispiel vom Abitur bis heute. In der amerikanische Version hingegen steht die aktuelle Situation zuerst.

Für die Form ist weiterhin entscheidend, auf welchem Niveau Sie sich bewerben: Als Berufseinsteiger sollten Sie Ihre bisherige Entwicklung transparent macchen. Daher schreiben Sie Ihre Vita am besten chronologisch auf. Später, mit einigen Jahren Berufserfahrung, listen Sie Ihr Curriculum rückwärts.

tabellarisch oder ausführlich?

Anstatt auf die geschliffene Formulierung kommt es im Lebenslauf vor allem auf harte Fakten an. Daher sollten Sie übersichtlich alles darstellen, was Sie für wichtig erachten. Dennoch: Je ausführlicher Sie Ihren Lebenslauf auch inhaltlich gestalten, desto “plastischer” wird Ihr Gesamtprofil.

Somit können Personaler schnell erkennen, ob Sie auf die zu besetzende Stelle passen. Wer nicht nur seine Funktion in einem Unternehmen listet, sondern auch in knappen Worten seinen Tätigkeitsbereich umreißt, hebt seine individuellen Qualifikationen für den Job hervor.

Umgang mit Brüchen im Lebenslauf

Natürlich sollte Ihr Lebenslauf möglichst lückenlos sein. Ideal ist es außerdem, wenn aus Ihrem bisherigen Lebenswandel hervorgeht, dass Sie immer schon auf dieses eine berufliche Ziel hingearbeitet haben. Doch das Gegenteil ist häufig der Fall:

Anstatt dass sich Schule, Uni und Beruf nahtlos einander anschließen, vergehen zwischen den einzelnen Stationen üblicherweise einige Monate. Solange sich die “Leerzeiten” sich im Rahmen halten (jeweils ca. drei bis vier Monate), ist es sicher nicht tragisch.

Sollten die Lücken jedoch größer sein, sollten Sie sich darauf gefasst machen, sie gegebenenfalls im Bewerbungsgespräch zu erklären. Das können Bewerbungsphasen sein, Elternzeiten usw.

Wichtig ist nur, dass Sie alle Punkte souverän bewerten: Wer direkt nach dem Studium zu einer halbjährigen Rucksacktour durch Australien aufgebrochen ist, zeigt Interesse am interkulturellen Austausch, verbessert seine Fremdsprachenkenntnisse usw.

Wichtiger als (vermeintliche) Fehler im Leben zu vertuschen, ist es, die volle Verantwortung für alle Entscheidungen zu übernehmen. Stellen Sie also heraus, inwiefern Sie aus weniger vorbildlichen Phasen Ihres Lebens gelernt hat. Das erscheint in jedem Fall wesentlich reifer, als der Eindruck, man hätte etwas zu verschweigen.

Weiterführende Links

Focus.de – Karriere-Infos; verschiedene Formen des Lebenslaufes
Dt. und internationaler Bewerbungsservice – von Berufszentrum ABIS e.K.