Der Weg zu konzentriertem Lernen

Der Weg zu konzentriertem Lernen

Studenten sind enormen geistigen Anforderungen ausgesetzt. Tagtäglich gilt es neue Studieninhalte zu erfassen, Arbeiten anzufertigen und Lehrstoffe zu erarbeiten. Daneben absolvieren die meisten studienbegleitende Praktika und sind zusätzlich in verschiedenen Nebenjobs beruflich tätig. Die meisten stehen den ganzen Tag unter einen enormen Druck. Zeit zum Lernen ist knapp bemessen. Und wenn sie sich dann auf eine wichtige Prüfung oder ein Referat vorbereiten, fällt es vielen schwer, sich zu konzentrieren. Was tun, wenn die Gedanken immer wieder abschweifen?

Wie machen sich Konzentrationsprobleme bemerkbar?

Konzentrationsprobleme kennt jeder. Im Kopf schwirren unzählige Fragmente umher, und es fällt einem schwer, gedanklich beim eigentlichen Thema zu verweilen. Der eben gelesene Text ist inhaltslos an einem vorbeigerauscht, man liest den gleichen Abschnitt wieder und wieder, ohne dass seine Bedeutung den Zugang in das Gehirn zu finden scheint. Auch in der Vorlesung schweifen die Gedanken ab, man ertappt sich dabei, unaufmerksam zu sein, kann sich nicht daran erinnern, was eben gesagt wurde. Zusammenhänge werden nicht erfasst. Wenn man müde ist, unter enormen Stress steht oder sich gerade einfach mit einem anderen, im Moment vorrangigen Problem beschäftigt, ist eine solche Konzentrationsschwierigkeit völlig normal. Dann sollte man sie akzeptieren, sich eine Auszeit gönnen und etwas unternehmen, um den Kopf wieder klar zu bekommen. Ein Spaziergang, ausgelassenes Tanzen, Sport oder einfach nur ein Verweilen in der Natur können kurzfristig helfen. Wer jedoch grundsätzlich ein Problem damit hat, sich auf seine Arbeit zu konzentrieren, wird über kurz oder lang die geforderte Leistung im Studium nicht erbringen können. Daher ist es wichtig, sich der Konzentrationsprobleme anzunehmen.

Mögliche Gründe für Konzentrationsschwäche

Wer grundsätzlich darunter leidet, sich nicht konzentrieren zu können, sollte im ersten Schritt die möglichen Gründe hinterfragen.

  • Schlafmangel
  • Leistungsdruck und
  • Stress

sind Faktoren, die Konzentrationsschwäche hervorrufen können. Im Sinne einer achtsamen Lebensweise sollte man natürlich an erster Stelle prüfen, ob diese Umstände sich nicht verbessern lassen. Gibt es eine Möglichkeit, den Stress zu reduzieren? Kann der Schlafmangel ausgeglichen werden? Auch sollten mögliche klinische Ursachen für Konzentrationsprobleme nicht außer Achte gelassen werden. Bei einer Routineuntersuchung beim Arzt, mit dem man dieses Problem auch besprechen kann, können etwaige andere Ursachen wie Fehl- und Mangelernährung, Niedriger Blutdruck oder Durchblutungsstörungen ausgeschlossen werden. Im nächsten Schritt gilt es, seine Lebensweise so anzupassen, dass man dem Gedankenwirrwarr gezielt Herr werden kann.

Schlüssel gesunde Lebensweise

Wie bereits angesprochen ist eine ungesunde Lebensführung oft Grund dafür, wenn die Gedanken im Kopf verrücktspielen und wir uns nicht konzentrieren können. Wer Bestleistungen im Studium von sich abverlangt, sollte seinem Körper das geben, was er benötigt. Eine gesunde Ernährung, die dem Körper alle wichtigen Vitamine, Mineralien und Nährstoffe zuführt, ist eine der wichtigsten Grundlagen, ebenso wie ausreichend Schlaf, frische Luft und Bewegung. Dazu sollte Geist und Körper die notwendige Auszeit gegeben werden, indem man die Gedanken bei einem Spaziergang schweifen lässt, ein gutes Buch liest oder einen entspannten Abend mit Freunden genießt.

Probleme aus der Welt schaffen

Manchmal wissen wir nur zu gut, was uns von unserer Arbeit ablenkt. Wenn es ein konkretes Problem gibt, das einen geistig so sehr beschäftigt, dass es ihm schwer fällt, sich zu konzentrieren, hilft alles andere nichts: Man muss sich diesen Problems annehmen. Seien es unangenehme Gespräche, die zu führen sind, Schwierigkeiten, mit denen man sich befassen muss oder seelische Probleme, die verarbeitet werden wollen: Nur wer sich diesen Problemen stellt und konstruktiv nach Lösungen sucht, wird danach den Kopf wieder für den Lernstoff frei haben. Daher ist hier die Devise, Probleme nicht aufzuschieben, sondern anzugehen.

Ablenkungen vermeiden

Äußere Einflüsse und Störungen beeinträchtigen die Konzentration. Wer ohnehin damit kämpft, sich nicht konzentrieren zu können, gerät bei Störungen und Unterbrechungen von außen erst Recht in Unruhe. Nicht immer können äußere Einflüsse kontrolliert werden. Doch der Student kann dafür Sorge tragen, dass die möglichen Störungen von außen soweit wie möglich minimiert werden. Hierzu gehört beispielsweise, das Telefon der die Türklingel auszuschalten, um nicht ständig durch Klingeln aus den Gedanken gerissen zu werden. Ein im Hintergrund laufender Fernseher oder ein Radio sind ebenso wenig zuträglich. Ist Zuhause die Möglichkeit nicht gegeben, sich zurückzuziehen und die fürs Lernen notwendige Ruhe zu verschaffen, weil beispielsweise Mitbewohner sich laut unterhalten, Musik hören oder vor dem Fenster Straßenlärm oder Baustellengeräusche stören, sollte man sich nach einem anderen Ort umsehen, der sich für das konzentrierte Lernen besser eignet. Hierzu bieten sich gerade Bibliotheken oder Arbeitsräume an den Hochschulen hervorragend an. Wer Lernstoff konzentriert lesen und gedanklich verarbeiten möchte, kann auch raus in die Natur und sich auf einer Parkbank oder im Wald mit der Lektüre niederlassen. In ruhiger Atmosphäre ohne jegliche Ablenkung wird die Konzentration wesentlich leichter fallen.

Konzentration lernen

Ist die ideale Rahmenbedingung für konzentriertes Lernen geschaffen, helfen einige einfache Übungen dabei, Konzentration zu erlenen.

  1. Atemübungen

Kontrolliertes Atmen ist die wohl bekannteste Methode, das Gedankenkarussel anzuhalten. Atemübungen werden auch im autogenen Training, bei Yoga– und Mediationsübungen wirksam eingesetzt. Hierzu sollte man sich bequem, aber aufrecht hinsetzen. Mit einem tiefen Atemzug atmet man in den Bauchraum, dann lässt man die Luft langsam und gleichmäßig wieder ausströmen. Ist alle Luft entwichen, hält man den Atem für ca. 5 Sekunden an, bevor man den nächsten Atemzug nimmt. Hierbei sollte man gedanklich bei sich sein und sich voll auf die Atemluft konzentrieren.

  1. Eine Auszeit nehmen

Wenn man spürt, dass die Gedanken wieder zu kreisen beginnen, sollte man sich sofort aus der Situation nehmen. Hierzu kann man beispielsweise aufstehen, den Raum verlassen und in der Küche erst einmal einen Kaffee trinken. Oder man tritt kurz auf den Balkon und richtet seinen Blick und seine Gedanken auf etwas völlig Belangloses, zählt beispielsweise die Fenster eines Hauses, singt ein Lied oder etwas Ähnliches. Erlaubt ist alles, was dem Gehirn nicht allzu viel abverlangt. Eine solche Auszeit ist wie ein Reset, zurück am Arbeitsplatz lässt es sich sofort leichter wieder konzentriert in das Thema einsteigen.

  1. Selbstgespräche führen

Auch wenn es verüückt wirkt, aber Selbstgespräche sind eine gute Methode, Gedanken zu bündeln. In dem Moment, in dem sie ausgesprochen sind, sind sie gleichzeitig auch massiv und greifbar geworden. So kann man laut das Thema durchgehen, auf das man sich konzentrieren möchte. Es ist aber auch möglich, die Gedanken aufzugreifen, die einen von der eigentlichen Arbeit ablenken. Sind sie erst sprachlich manifestiert worden, verlieren sie oft ihre Dringlichkeit. Eine dritte Möglichkeit ist es, sich selbst laut Mut und Zuversicht zuzusprechen. Auch hier bewirkt das Aussprechen, dass der Inhalt des Gesagten besser in unseren Geist vordringt.

Hilfe suchen

Wem trotz all dieser Tipps es nicht gelingt, seine Konzentrationsschwäche in den Griff zu bekommen, sollte sich um Hilfe bemühen. Erste Anlaufstellen sind hier die Beratungsstellen der Universitäten. Psychologische Beratungsstellen helfen auch bei Konzentrationsproblemen. An vielen Hochschulen werden Seminare zu autogenem Training, Mediation und Konzentrationsübungen angeboten. Auskünfte über das Seminarangebot und hilfreiche Adressen gibt ebenfalls die jeweilige Beratungsstelle.

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