Entwicklungen im Fernstudium

Wer in Deutschland ein Examen erwerben möchte, schreibt sich traditionell einer Universität ein. Oder er nimmt ein Fernstudium auf. Der wohl deutlichste Unterschied zwischen beiden Formen: Im Gegensatz zum Präsenz-Studium finden die meisten Veranstaltungen des Fernstudiums abseits der Hörsäle statt.

Stattdessen bekommen Fernstudenten alle Unterlagen frei Haus geliefert. So gesehen gilt der Apostel Paulus mit seinen belehrenden Briefen (ca. 50 n.Chr.) als erster Fernlehrer der Antike. Im Deutschland der Neuzeit hingegen wird die Urheberschaft am Ferstudium dem Rustinischem Lehrinstitut für Selbstunterricht zugeschrieben.

Vom Selbstunterrichtsbrief bis zum Audio-Stream

Mithilfe der “Selbstunterrichtsbriefe” konnte man sich ab 1913 Dinge aneignen wie “Musikalische Formenlehre”, “Philosophische Propädeutik” oder “Deutsche Kurzschrift”. Im Portfolio befand aber auch umfassendes Material wie der “Lehrgang zum Aneignen der Kenntniss, die ein Handlungsgehilfe besitzen muss und zur Vorbereitung auf die Handlungsgehilfenprüfung”.

Kurz nach dem zweiten Weltkrieg (1948) gründete Werner Kamprath die Studiengemeinschaft Darmstadt (SGD). Seit 1973 kann man auch das Abitur per Fernlehrgang erreichen. Heute gehört die SGD zum Bildungskonzern Klett und ist mit über 200 Fernkursen eines der größten deutschen Fernlehr-Institute.

Doch spätestens, seit das Internet in nahezu allen Wohnungen und Endgeräten Einzug erhalten hat, gehört das Fernstudium zu den populärsten Lernformen.

Kostenloses Infomaterial von Fernstudienanbietern

Bildungsanbieter Gratis Infomaterial
ILS Institut für Lernsysteme (ILS)
 AKAD – privater Fernhochschulverbund AKAD – privater Fernhochschulverbund
 FEB Fernakademie für Erwachsenenbildung (FEB)
 DGS Studiengemeinschaft Darmstadt (SGD)
 HAF Hamburger Akademie für Fernstudien (HAF)
 Wilchelm Büchner Wilhelm Büchner Hochschule
 Wilchelm Büchner IUBH International University of Applied Science
 Europäische Fernhochschule Europäische Fernhochschule
 Fernuniversität Hagen Fernuniversität Hagen
 Fernuniversität Hagen IWW - Weiterbildung im Fernstudium
 Apollon Hochschule Apollon Hochschule für Gesundheit
 Studienwelt Laudius Studienwelt Laudius

E-Learning

Nach wie vor können sich Fernstudierende Materialien per Post schicken lassen. Doch dank des Internets haben Studium und Weiterbildung noch einmal einen Popularitäts-Schub bekommen. Schließlich macht es Fern-Studierende flexibler als je zuvor.

Damit war eine neue Form des Lernens geboren: Das  “E-Learning” (dt. etwa “elektronisch unterstütztes Lernen”). Das bedeutet: die meiste Zeit verbringen Fernstudierende an einem Computer (resp. Laptop, Notebook, Tablet-PC).

Über eine Internet-Verbindung laden sie sich Programme und Inhalte herunter, die sie über den Video- und Audio-Player abspielen können bzw. am Bildschirm betrachten können. Ergänzt wird dieses Spektrum durch gedrucktes Material und Audiobooks (Hörbücher) auf physischen Tonträgern, E-Books, E-Lectures (Vorlesungen im Internet) oder Webinare (Online-Kurse).

Pro E-Learning

Diese Methode hat einen entscheidenden Vorteil: Alles, was man lernen kann (also: “alles”) lässt sich mithilfe moderner Medien lernen. E-Learning lässt sich daher gut mit anderen Lernvorhaben (Uni, VHS-Kurse) kombinieren.

Und zwar ganz bequem, von Zuhause aus (oder wo auch immer Sie am liebsten lernen möchten). Ganz oben auf der Beliebtheits-Skala sind nach wie vor Sprachen. Studierende bekommen hierbei schnell einen Grundwortschatz für Berufsalltag und den Smalltalk im Urlaub.

Auch Angebote mit wirtschaftlichem Schwerpunkt orientieren sich stark an der Realität der Studierenden. Daher sind sie überaus populär.

Contra E-Learning

Allerdings verlangt diese Methode vor allem Selbstdisziplin. Sich nach getaner Arbeit oder nach dem Uni-Tag noch einmal zu motivieren, ist nicht Jedermanns Sache. Einige Lernende werden vor allem durch die direkte Reaktion ihrer Mitmenschen zum Weitermachen motiviert.

Das kann die Familie zuhause sein, der Lehrer in der Schule, aber auch das Gespräch mit Kommilitonen. Im Umkehrschluss: Ohne Interaktion bleibt die Motivation auf der Strecke.

Blended Learning

Nicht zuletzt deshalb sind die meisten Fernuniversitäten dazu übergangen, das E-Learning mit Präsenzveranstaltungen zu kombinieren. Beim sogenannten “Blended Learning” ( dt. “Vermischtes Lernen”, auch: DistancE-Learning oder Hybrides Lernen) wechseln sich Fernstudium und Präsenzphasen ab.

Das können beispielsweise prüfungsvorbereitende Kurse im Pflege- und Heilbereich sein oder auch wirtschaftswissenschaftliche Projektarbeiten.

M-Learning

Flexibilität bezüglich Zeit, Ort und Pensum gehört seit jeher zu den Grundprinzipien des Fernstudiums. Nachdem zunächst in Klassenzimmern und Hörsälen gelernt wurde, findet Bildung immer häufiger am heimischen Schreibtisch (oder wo auch immer) statt.

Die nächste Stufe erreicht das Fernlernen mit der Entwicklung immer kleinerer Endgeräte: So gingen im Jahr 2011 allein in Deutschland rund 11,8 Millionen Smartphones über die Ladentische. Das veröffentlichte der Hightech-Verband Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitcom) in einer Online-Pressemeldung (09.01.2012, gelesen: 04. Juli 2012, 10:36 h).

Hinzu kommen circa 2 Millionen verkaufter Tablet-PCs. Das bedeutet (theoretisch): Fast 14 Millionen neue Möglichkeiten, am sogenannten “Mobile Learning” (auch: M-Learning) teilzuhaben. Schließlich haben sowohl Smartphones als auch Tablet-PCs entscheidende Eigenschaften, die sich mit den Vorzügen des Fernlernens kombinieren lassen:

Möglichkeiten des M-Learnings

Weil diese Geräte so flach sind, sind sie mobil einsetzbar. Außerdem verfügen sie über einen kabellosen Zugang zum Internet. So lassen sich Lerninhalte noch standort-unabhängiger abrufen und bearbeiten.

Sie können zum Beispiel mit dem Smartphone Vokabeln trainieren, während Sie auf den Bus warten. Oder Sie hören via Tablet-PC auf einer Zugfahrt mehrstündige Audiobooks und Podcasts, während Sie das Begleitmaterial als PDF-Datei betrachten.

Es gibt mittlerweile auch spezielle Lernformate für mobile Endgeräte: In den sogenannten ePubs (“elektronische Publikaktionen”) sind Texte, Ton- und Bildmaterial bereits integriert. Diese Formate lassen sich von Fernstudierenden beliebig bearbeiten (Passagen hervorheben, mit Randnotizen und Fußnoten versehen).

Bis ein komplettes Fernstudium per Tablet-PC bzw. Smartphone absolviert werden kann, wird es wahrscheinlich noch eine Weile dauern. Jedoch ergänzen diese bislang neuesten technischen Entwicklungen das Fernlernen um sinnvolle mediale Möglichkeiten.

Fernstudium Anbieter

Die nachfolgenden Bildungsanbieter sind vor allem Fernhochschulen, die ein Fernstudium in den verschiedensten Fachbereichen oder Interessensgebieten anbieten. Erfahren Sie näheres und bestellen Sie doch einfach kostenloses Infomaterial der gelisteten Fernhochschulen.

Weiterführende Links

Fernstudium-Infos.de – umfangreiche Plattform zum Fernstudium
Fernstudium Direkt – Ratgeber-Portal zu Weiterbildung und Fernlernen
Bitcom – Netzwerk der digitalen Wirtschaft
MeinFernstudium – die Suchmaschine für dein Fernstudium