Gut informiert zum Gebrauchtwagen

Glaubt man Experten im PKW-Geschäft, wird nirgends so häufig betrogen wie auf dem Gebrauchtwagen-Markt. Schließlich kann nicht jeder Interessent ein geprüfter Fachmann sein, wenn es um Technik, Motoren und Preise geht. Genau das nutzen viele Gebrauchtwagen-Händler aus – auch die vermeintlich seriösen.

Je ahnungsloser der Kunde auftritt, desto leichteres Spiel haben die Autoverkäufer. Doch wer einige wenige Regeln für den Kauf eines Autos aus zweiter Hand beherzigt, wird wahrscheinlich nicht so schnell übervorteilt. Umfassende Information vorab ist die Grundbedingung.

Es gilt: Je genauer Sie wissen, was Sie wollen (und was nicht), desto souveräner treten Sie gegenüber dem Autoverkäufer auf – selbst als Laie. Wie Sie sich auf den Gebrauchtwagenkauf vorbereiten können, um nicht übervorteilt zu werden, lesen Sie hier.

Bedarf ermitteln

Statt sich dem Verkäufer mit einem “Was können Sie mir empfehlen?” vollkommen auszuliefern, sollten Sie sich vorab selbst fragen, wieviel Auto es tatsächlich sein darf: Wer beispielsweise eine Fernbeziehung führt und daher mit dem Wagen nur selten mehr als 100 km am Stück fährt, wird keine sechs Zylinder unter der Haube benötigen.

Ein Kleinwagen, in den kaum mehr als eine Kiste Wasser passt, wird auf Dauer aber auch zum Ärgernis. Wer seinen Bedarf möglichst genau kennt, bekommt eine gute Vorstellung von der Fahrzeuggröße, dem voraussichtlichen Spritverbrauch usw.

Budget und laufende Kosten

Dazu zählt natürlich auch die Frage nach dem Budget: Wem die Investition in einen Wagen so viel wert ist, dass er sich auch dafür verschulden würde, darf ihn natürlich auch in Raten bezahlen. Achten Sie allerdings auf die Konditionen: Die Laufzeit sollte nicht länger sein als die zu erwartenden Lebensdauer des PKWs.

Und dann war da noch: der Unterhalt. Schließlich zahlen Sie nicht nur bei der Anschaffung des Wagens, sondern auch hinterher (besonders Haftpflichtversicherung und Kfz-Steuer). Ihre Versicherungsagentur informiert Sie bei Bedarf über Fahrzeuge und Klassen. Die Kraftfahrzeugsteuer ist bei Euro 6-Einstufung am niedrigsten, bei Euro 1 (oder gänzlich ohne Euro-Einstufung) am höchsten. Euro 4 sollte es schon sein (bei Neuwagen ist Euro 5  der Normalfall). Diesel ohne Rußfilter sind nur etwas für Fans. Hier zahlt man extrem hohe Steuern und kommt außerdem in viele Umweltzonen nicht hinein.

Autostar oder Außenseiter?

“Nicht alles, was glänzt, ist auch Gold”, belehrten uns schon die Großmütter. Das gilt auch für PKWs. Volkswagen, Mercedes oder BMW bringen zweifellos technisch ausgzeichnete Modelle auf dem Markt. Trotzdem gehören beispielsweise Golf und Passat nicht gerade zu den zuverlässigsten Vertretern ihrer Zunft.

Dass die Wolfsburger trotzdem so beliebt sind, begründet sich allein auf dem Image des ewig laufenden VW Käfer. Daher der Tipp: Geben Sie auch den vermeintlichen Außenseitern eine Chance, z.B.  Toyota Auris oder Honda Accord. Den rapiden Wertverlust der Neuwagen haben im besten Fall schon die Vorbesitzer verkraften müssen, sodass Sie erst wieder in fünf oder sechs Jahren mit größeren Reparaturen rechnen müssen.

Fachkundige Unterstützung

Eine weitere Alternative heißt:  Fachliches Gutachten zum individuellen Wunsch-PKW (z.B. vom ADAC oder vom professionellen Sachverständigen). Diese Schreiben gibt es allerdings nicht kostenlos. Daher lohnt so ein Aufwand nur bei richtig teuren Wagen.

Beim üblichen studentischen Etat hilft  – besonders bei weiblichen Kunden, die gerne von Gebrauchtwagenhändlern als nicht ernstzunehmend eingestuft werden, zuweilen eine (männliche) Begleitung beim Autokauf. Im Idealfall nimmt man jemand aus dem Freundes- oder Bekanntenkreis mit, der “vom Fach” ist (Kfz-Meister, Ingenieur, Peugeot-Clubmitglied).

Gebrauchtwagenpreis gut einschätzen können

Wer sagt Ihnen genau, was ein Gebrauchtwagen kosten darf? Was wirklich preislich angemessen ist? Ob Personenwagen, Geländewagen, Transporter oder Motorräder: Schwacke Fahrzeugbewertungen bewertet seit mehr als 50 Jahren unabhängig und professionell gebrauchte Kraftfahrzeuge. Die Bewertung berücksichtigt das Fahrzeug-Modell mit Kilometerlaufleistung inkl. zusätzlicher Ausstattungen. Sie gibt Ihnen den korrekten Händler-Einkaufs- und Verkaufspreis wider. So haben Sie bei Preisverhandlungen die Nase vorn.

Zustätzlich können Sie einen Schautag in einem Autohaus in der Nähe nutzen. Bei einem solchen Besuch können Sie sich einen Überblick über Modelle, Preise und Leistungen verschaffen, ohne von einem Verkäufer bedrängt zu werden.

Technik in Kürze

Wer beim Kauf eines Gebrauchtwagens auf überflüssige Technik verzichtet, spart sich längerfristig eine Menge Geld und Nerven: Turbos neigen mit den Jahren zu hohem Verbrauch (bei sinkender Leistung) und neuere Dieselantriebe sind reparaturanfälliger als Bezinmotoren.

Darüber hinaus sind Modelle mit Steuerkette solchen mit Zahnriemen vorzuziehen. Und falls der Wunschwagen doch einen Zahnriemen hat: Lassen Sie sich den vorgeschriebenen Austausch nachweisen. Bei einigen Marken fällt der Wechsel wegen extrem hoher Kosten zuweilen unter den Tisch (z.B. bei Alfa Romeo).

Autocheck in Kürze

  • Schlechte Gerüche (Hund, Nässe oder Nikotin) zeugen von Nachlässigkeit (oder Resignation) des verkaufenden Unternehmens.
  • Motor: Öl-Lachen unter dem Motor, gelblicher Schleim in Öl-Einfüllöffnung (d.h., dem silbernen Deckel auf dem Motorblock)? Nein, danke.
  • Geschichte des Wagens: Höflich, aber skeptisch nachfragen, z.B. bei offensichtlichen Veränderungen (Lack, Einzelteile), über Verkaufsmotive. Routine-Checks nachweisen lassen.

Quellen für Gebrauchtwagen

  • Autoscout24 – Ebenfalls großer Online Kfz-Marktplatz mit großem Gebrauchtwagen Angebot