Zu den Grabstätten der Mayas

Um die Mayas und ihre Lebenswelt ranken sich viele Mythen, und vieles über sie bleibt für immer im Dunkeln. Stumme Zeugen ihrer untergegangenen Hochkultur finden sich heute noch in den Ländern Mittelamerikas. Zum Teil tief versteckt im Dschungel erwarten den Kulturtouristen dort uralte Städte, Tempel und Pyramiden.

Und Spielfelder. Über 500 Ballspielplätze der Maya befinden sich allein auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán. Heute geht man davon aus, dass Ballspiele bei den Mayas vor allem rituellen Zwecken galten. Die Verlierer wurden kurzerhand den Göttern geopfert.

Yucatán

Um etwa 700 n. Christus erlebte die Maya-Stadt Palenque ihre Blütezeit. Warum sie verfiel (wie die ganze Maya-Kultur überhaupt) ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Tatsache aber ist, dass die Überreste von Palenque ihren Entdeckern  einen überwältigenden Eindruck geboten haben müssen:

Inmitten des mexikanischen Urwalds gelegen, ragen die Tempel und Gräber der Maya-Herrscher über die höchsten Wipfel des Regenwaldes hinaus, geschmückt mit kunstvollen Reliefs und Stuck. Im Innern fand man reichhaltige Reliquien und wertvolle Grabbeigaben. Lohnenswert ist die Tour nach Yucatán allein schon wegen dieses majestätischen Ausblicks.

Tikal

Die wohl größte und bis heute bekannteste Stadt der Maya-Kultur ist Tikal. Sie erstreckt sich über rund 123 Quadratkilometer im Regenwald von Guatemala. Auf dieser Fläche wurde bislang mehr als 3.000 Gebäude freigelegt, zum Teil mit Straßen verbunden.

Unter dem Dickicht des Regenwaldes werden weitere vermutet. Schließlich lebten in Tikal während seiner Blütezeit mehr als 50.000 Menschen. Das macht die Stadt zur größten archälogischen Ausgrabungstelle des amerikanischen Kontinents. Heute gehört der Tikal National Park (neben allen anderen Maya-Städten) zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Copán

Die südliche Grenze des Maya-Reichs verlief durch das heutige Honduras. Im Copán-Tal finden sich heute noch Zeugen der antiken Hochkultur. Bei Ausgrabungen fand man Skulpturen, Schmuck, Werkzeuge und Keramik aus den reichhaltigen Naturschätzen der Region, unter anderem aus Granit und Jade.

Darüber hinaus müssen die dort lebenden Mayas auch floriende Handelsbeziehungen zu anderen Völkern unterhalten haben. Das legen Funde aus Obsidian nahe, einem Vulkangestein, das im heutigen Mexiko vorkommt. Unter dem Herrscher “Achtzehn-Kaninchen” wuchs der Stadtstaat Copán im 7 Jhd. n. Chr. zur Großmacht.

Aus dieser Zeit stammt unter anderem der Zeremonialplatz mit dem Inschriften-Tempel und dem berühmten “Alten Mann von Copán”. Unter der Treppe der Hieroglyphen-Treppe fand man Gaben, die den Göttern im Rahmen von Blutopfern dargebracht wurden.

Reise in die Vergangenheit

Eine Reise nach Mittelamerika erlaubt einen Einblick in die Vergangenheit dieser antiken Hochkultur, die vor mehr als 2000 Jahren schon über exakte Kenntnisse in Sachen Mathematik, Architektur und Astronomie verfügte. Ob allerdings mit dem Ende der astronomischen Maya-Kalender auch die Apokalypse bevorsteht, bleibt indes abzuwarten.