Niederlande – das kleine Königreich an der Nordsee

Man sieht es unseren Nachbarn nicht an, aber das niederländische Territorium umfasst weit mehr als das Areal zwischen Nordsee und Dreiländereck. Das liegt natürlich vor allem an den ehemaligen Kolonien im Pazifik. Doch auch das niederländische Festland ist bei Touristen aus Deutschland sehr beliebt.

Nein, wir sprechen nicht von Ihrem Mitbewohner, der einmal monatlich seinen Urlaub im nächstgelegenen Coffeeshop bucht. Abgesehen davon kommen in den Niederlanden nämlich vor allem die Fans von naturnahem Wind- und Wetter-Tourismus auf ihre Kosten.

Anreise in die Niederlande

Von Deutschland in die Niederlande ist es in der Regel nur ein Katzensprung. Dazu bietet sich entlang 567 Kilometern immer irgendwo eine Chance, die Grenze zu überqueren. Ob mit dem Auto, dem Schiff, dem Zug oder -wenn Sie wollen- zu Fuß oder per Fahrrad.

Über die grüne Grenze

Denn neben den offiziellen Grenzübergängen mit Schlagbaum und Zollhäuschen gibt es auch zahlreiche Fuß- und Radwanderwege an der grünen Grenze. Das macht die Einreise natürlich besonders unkomplizert, und qualifiziert das kleine Königreich an der Nordsee zum idealen Urlaubsland für Spontan-Reisen auf eigene Faust.

Mit dem Zug

Ebenso bequem ist die Anreise mit dem Zug. ICEs von deutschen Bahnhöfen starten mehrmals täglich und direkt Richtung Niederlande. Für die Strecke Köln Hbf – Amsterdam Centraal benötigen Sie so beispielsweise weniger als drei Stunden.

Alternativ können Sie auch nach Utrecht fahren. Von diesen beiden Bahnhöfen fahren zahlreiche weitere Verkehrsmittel, um ihr endgültiges Ziel zu erreichen.

Mit dem Auto

Aber auch als Autofahrer müssen Sie sich nicht gravierend umstellen. Manche PKW-Halter meinen gar, gäbe es nicht hier und da die markanten blau-weißen Schilder, sie würden es gar nicht merken, dass sie sich jenseits der deutsch-holländische Landesgrenze befinden.

Ähnlich sieht es im Land selbst aus: Das Straßennetz ist gut ausgebaut, die Autobahnen sind prinzipiell in gutem Zustand und in geschlossenen Ortschaften darf man maximal 50 Stundenkilometer fahren (selten: 80).

Auf Autobahnen müssen Sie allerdings vielerorts schon über 130 km/h mit einem empfindlichen Bußgeld rechnen. Das gleiche gilt selbstverständlich, wenn Sie Verkehrzeichen und Ampeln missachten, am Steuer telefonieren oder alkoholisiert sind.

Niederländische Küste

Nicht, dass Deutschland keine Nordseeküste hätte – aber ebenso wie das Land selbst ist dort alles etwas kleiner, gemütlicher: In Noordpolderzijl liegt zum Beispiel der kleinste Seehafen unserer Nachbarn. Mit nur einer Fahrrinne, und die ist auch nur bei Flut befahrbar. Dazu gehört ein kleines Café, in dem einst Bob Dylan während einer Radtour pausiert haben soll.

Zeeland

Und je nach Heimatort sind die Strände von Zeeland einfach schneller zu erreichen als Wangerooge, Amrum oder Sylt. In den Küstenorten von Ameland, Texel und Schiermonnikoog steht Ihnen breite Palette attraktiver Urlaubsangebote zur Verfügung:

Von Kultur und Museumsbesuchen bis zum entspannten Faulenzen am Strand. In den nasskalten Wochen des Jahres locken viele Orte an der See mit dem reizvollen Kontrast von tiefenwirksamer Wellness gegen das rauhe Nordseeklima.

Binnenland

Natürlich sind die Niederlande seit jeher vom Leben am und mit dem Meer geprägt. Angefangen bei Fischerei und Walfang über den Deich- und Schiffbau bis zum Handel mit den Kolonien im Pazifik. Jährlich buchen Tausende Touristen Flugreisen nach Aruba, Bonaire, Curaçao, Sint Eustasius, Sint Maarten und Saba – die “Niederländische Karibik”.

Doch auch auf dem europäischen Festland gibt es mehr zu entdecken als “nur” Wasser und Küste. Was wären die Niederlande zum Beispiel ohne ihre berühmten Tulpen? Die gibt es nämlich nicht nur in Amsterdam, sondern vor allem kurz hinter den Dünen – zwischen Den Helder und Leiden.

Wenn Sie sich dann noch auf das Fahrrad (niederl.: “fiets”) schwingen und damit duch die in rot, orange und gelb leuchtenden Tulpenfelder von Flevoland fahren, bekommen Sie wohl das ultimative Holland-Erlebnis. Erkundigen Sie sich einfach beim regionalen Fremdenverkehrsbüro nach geeigneten Radwanderwegen.

Limburg

Doch zwischen all diesen Holland-Klischees gibt auch Ausnahme-Erscheinungen: Limburg, als eine Art “westlichster Zipfel des Rheinlands”, gehört definitiv dazu. Anders als die flachen Landstriche der Küste ist es hier richtig hügelig: Stolze 322,7 (!) Meter misst der dortige Vaalserberg.

Er befindet sich im Dreiländereck (5 km entfernt von Aachen), wo ein Großteil der Bevölkerung katholisch ist. Im Gegensatz zur Mehrheit der niederländischen Rest-Bevölkerung; die ist nämlich ansonsten entweder protestantisch oder konfessionslos.

Dass man hier ebenfalls Karneval feiert, erscheint angesichts dieser Umstände fast schon logisch. Selbst der limburgische Dialekt gilt -ebenso wie die rheinische Mundart im Deutschen- im Allgemeinen als eigene Sprachvarität.

In der Provinzhauptstadt Maastricht können nicht nur Geschichtsinteressierte die zahlreichen Tunnel (Kasematten) und archaischen Verteidigungsanlagen erkunden. Die regionale Gastronomie lockt mit zahlreichen Bierspezialitäten und erntefrischem Obstkuchen (Vlaai).

Städtetrips in den Niederlanden

Wenn es um Tagestrips geht, bieten sich vor allem die grenznahen Städte an. Orte wie Groningen (im Nordosten) oder Enschede sind ausgesprochene Unistädte, und allein schon wegen der internationalen Studenten auf ein junges Publikum eingestellt – ideal also zum Shoppen und zum Feiern.

Amsterdam

Doch beim Thema Städtereisen in den Niederlanden kommt man natürlich an Amsterdam nicht vorbei. Die geschichtsträchtige Hauptstadt zeichnet sich vor allem durch ihre berühmten Kanäle (Grachten) aus, von denen es tatsächlich mehr gibt als in Venedig.

Dabei werden Ihnen auch die charakteristisch niederländischen Bürgerhäuser auffallen, mit ihren hohen Fenster pitoresken Backsteinfassaden. Doch abseits davon pulsiert in der nur 750.000 Einwohner zählenden Kleinmetropole das bunte Leben.

Die fast schon sprichwörtliche Toleranz der Holländer findet hier ihren Ausdruck – ob auf dem Leidseplein (dem subkulturellen Treffpunkt der Stadt) dem Erotik-Museum (2010 prämiert vom TimeOut-Magazine) und den dortigen Coffee-Shops.

Amsterdam – ohne Zweifel ein Magnet für Andersdenkende und Exzentriker, Künstler und Individualisten.

Den Haag

“Konventioneller”, aber nicht weniger reizvoll, präsentiert sich der 50 Kilometer entfernte Regierungssitz Den Haag. Streng genommen handelt es sich dabei um keine Stadt, da Den Haag niemals das offizielle Stadtrecht verliehen bekommen hat.

Angesichts seines Rangs als Domizil von rund 150 (inter-)nationalen Einrichtungen spielt das allerdings heutzutage keine Rolle: In Den Haag wohnt die holländische Königsfamilie, tagen der Internationale Gerichtshof, der Internationale Strafgerichtshof und viele mehr.

Museumsgänger können hier die Werke von Rembrandt und Vermeer bestaunen, oder die “Klein Holland” genannte Ausstellung der 300 wichtigsten niederländischen Bauwerke im Miniaturformat besuchen.

 Weiterführende Links

Reiselinks – Urlaubstipps in den Niederlanden: Camping, Centerparks und mehr.
Holland.com – Die offizielle Tourismus-Seite der Niederlande