Gebrauchte Fahrräder – Praktische Tipps beim Kauf

Für viele Studenten gehört ein Fahrrad zum Uni-Leben wie WG-Partys und Klausurenstress. Dabei erweist sich die Anschaffung eines Gebrauchtrades oftmals als bester Kompromiss zwischen großer Flexibilität und schmalem Geldbeutel. Vor allem sind für potenzielle Fahrraddiebe oftmals weniger attraktiv.

Aber selbst ein Fahrrad aus zweiter Hand kann seinem Besitzer noch einige Zeit gute Dienste leisten. Wenn Sie auch als Fahrrad-Laie wissen möchten, worauf Sie beim Kauf eines Gebrauchtrades achten sollten, haben wir die wichtigsten Merkmale zusammengestellt:

Wo finde ich gute Gebrauchträder?

Quellen für gebrauchte Fahrräder gibt es in Unistädten zuhauf: Checken Sie Annoncen in Anzeigenblättern und Tageszeitungen, erkundigen Sie sich nach Fahrradbörsen in Ihrer Stadt. Zuweilen bieten Fahrradhändler generalüberholte Gebrauchträder an und sogar die Polizei leert im Rahmen von Versteigerungen regelmäßig ihre Lager.

Checkliste gegen Fahrradflops

Doch egal, wo Sie fündig werden: Machen Sie eine Probefahrt. Ihr gutes Fahrgefühl entscheidet. Zuweilen lassen sich so auch schon marode Einzelteile ausmachen. Versuchen Sie, so viel wie möglich über Ihren potenziell nächsten Drahtesel in Erfahrung zu bringen:

  • Zustand: Wurde es zum Verkauf geputzt oder nur halbherzig gesäubert?
  • Handelt es sich um ein Markenrad?
  • Wie alt ist es?
  • Wie oft und wofür wurde es vorher benutzt (ggf. Laufleistung in km)?
  • Wie wurde es geparkt (z.B. in der Garage oder offen vor dem Haus)?

Räder & Rahmen

Befragen Sie den Vorbesitzer direkt nach Mängeln am Rad. Alles, was er nicht nennt, aber Ihnen auffällt, ist ein gutes Argument, um den Preis zu drücken. Sehen zum Beispiel nach folgenden Einzelteilen:

  • Reifen: Die Mäntel (Flanken) dürfen nicht porös sein.
  • Speichen: Sitzen sie fest? Test: je zwei benachbarte zusammendrücken
  • Felgen: Haben sie Rost angesetzt? Laufen Sie rund? Verschleiß durch Bremsen?

Tipp 1: Heben Sie den Drahtesel an und drehen Sie das Rad etwas. Halten Sie nun einen Finger dicht vor die laufende Felge (berühren sie sie ggf. mit dem Daumennagel). Leichte Schwingungen lassen sich zur Not leicht beheben. Bei mehr als zwei Millimeter muss die Felge auf jeden Fall neu eingestellt werden.

  • Rahmen: Risse und Dellen gehen gar nicht!
  • Schweißnähte: Anfällig für Rost und Risse
  • Pedale/Kurbel: Sollten fest sitzen, sich leicht bewegen lassen und rostfrei sein
  • Radlager /Naben: Laufen sie leicht? Knirschen / schleifen sie beim Fahren?

Tipp 2: Bringen Sie das Vorder- bzw. das Hinterrad ein weiteres Mal zum Drehen: Wie schnell kommen Sie zum Stehen? Drücken und ziehen Sie die Räder in alle Richtungen. Sie sollten fest in der Verankerung sitzen!

Bremsen

Zuverlässige Bremsen sind lebenswichtig! Daher sollten Sie diese Bestandteile einer besonders gründlichen Prüfung unterziehen. Fühlen Sie sich mit den Bremsen des Rades unsicher, sollten Sie lieber vom Kauf absehen.

  • Bremsleitungen ok? Anfällig: Höhe Lenker, wo die Leitungungen aneinander reiben
  • Bremsblöcke: sollten noch mind. einen Millimeter Profil haben

Tipp 3: Machen Sie eine Vollbremsung. Im besten Fall hält es das Hinterrad kaum auf dem Boden (Scheibenbremsen). Leichte Verschleifungen sind durchaus in Ordnung (v.a. bei Felgenbremsen). Quietschen dagegen unerwünscht. Bei Scheibenbremsen sollten die Bremsscheiben nicht zur Seite ziehen.

Tipp 4: Betätigen Sie die Bremshebel mehrere Male im Stand (“pumpen”). Der Druckpunkt darf sich dabei nicht verändern oder wandern. Vor allem darf sich der Hebel nicht bis zum Griff durchziehen lassen!

Lenkung

Der Lenker ist wohl der zweitwichtigste Teil des Fahrrades. Nicht, weil man ihn auch als Einkaufstütenbügel missbrauchen kann. Fest umfasst stabilisiert er das Fahrrad, wenn es in Schlingern kommt. Oder er dient als Reißstange, um den Drahtesel über Hindernisse hinweg zu  manövieren (Schlaglöcher, Bordsteine). Um die Lenkung vorab zu testen, empfiehlt sich folgender Test:

  • Das Vorderrad am Rahmen anheben und den Lenker aus der Mittelposition nach links und rechts fallen lassen. Merken Sie einen Widerstand? Dann kann das Lager kann kaputt sein (oder zu fest angezogen). Vielleicht sind auch Bowdenzüge und Gangschaltung zu kurz?
  • Vorderrad wieder abstellen und quer zur Fahrtrichtung drehen. Auf den Lenker stützen und leicht nach vorn lehnen. Wenn es knackt oder wackelt, kann das ein weiteres Indiz für einen Defekt sein. Oder es ist einfach zu locker.

Kette & Schaltung

Wer in der Schweiz studiert, hat (geographisch bedingt) einen anderen Anspruch an die Gangschaltung als Studenten in der norddeutschen Tiefebene. Kommt der eine völlig ohne bzw. mit drei bis fünf Gängen aus, müssen es für den nächsten Radfahrer 21 oder mehr sein.

Generell unproblematischer in der Handhabung sind Nabenschaltungen (gibt es in der Regel bis sieben Gänge). Leistungsfähiger – aber auch wartungsbedürftiger – sind Kettenschaltungen. Die bekanntesten Hersteller von Kettenschaltungen sind wohl Shimano und SRAM.

Kettenschaltung

Ausgemachte Experten kennen die Unterschiede zwischen einzelnen Modellen beider Firmen. Sollten Sie als Neuling auf dem Gebiet allerdings vorhaben, Teile der Schaltungan an Ihrem Gebrauchtrad aufzurüsten: Denken Sie daran, stets dasselbe Fabrikat zu verwenden. Mit Ausnahme der Umwerfer sind die beiden Marken fast nie kompatibel.

Das Schalten sollte in der Praxis natürlich möglichst flüssig und ohne Kraftaufwand funktionieren. Ein leichtes Haken bzw. Rattern – vor allem beim Umlegen in den vorderen Gängen – ist allerdings nichts Ungewöhnliches.

Tipp 5: Achten Sie auf Verschleißteile: Vergleichen Sie das kleinste Kettenblatt vorn (in der Regel am wenigsten abgenutzt) mit den größeren. Hinten fungiert das größte als Referenz.

Kette

Die Kette sollte natürlich sauber, aber gut geschmiert sein. Außerdem sollte Sie sie einfach hin- und herbiegen können. Wenn einzelne Glieder abstehen, ist sie wahrscheinlich ausgeleiert. Um das herauszufinden, schalten Sie vorne in den größten Gang. Beim Versuch, sie in Fahrtrichtung abzuziehen, sollte sie auf dem Kettenblatt sitzen bleiben.

Weiterführende Links

Raddiscount.de – Mehrfacher Testsieger; erste Trusted Shop der Branche (seit 1998 online)
Profirad.de – seit 2003 existierender Online Shop für Profi-Fahrräder und Zubehör
Futurumshop.de – ist der europäische Spezialist für Radsport, Laufsport und Outdoor.
Lucky-Bike.de – Marken-Fahrräder, -Fahrradteile und -zubehör, günstig online und in 16 Läden
Fahrradhaus – Redaktionelles Info-Portal rund ums Fahrrad
Mtb Forum – Community für Mountainbiker: Tipps & Touren, Ausrüstung & Diskussion

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