Online-Recherche mit Bing

Nach dem Aus für Live Search startete Google-Konkurrent Microsoft 2009 seine neue Suchmaschine. Das Unternehmen wirbt vor allem mit Übersichtlichkeit und Benutzerfreundlichkeit. Zwar konnte Bing schon 14,1 Prozent aller US-Suchanfragen auf sich vereinen, liegt damit allerding immernoch hinter Yahoo und Google.

Das vermeldete das US-amerikanische Internet-Marktforschungunternehmen ComScore in seinem Internet-Nutzungsbericht vom Mai 2010.

Bing-Startseite: Eindrucksvolle Fotos

Tatsächlich wirkt die Oberfläche bei Bing sehr transparent. Seinen individuellen Look bekommt die Startseite durch eindrucksvolle Fotos, vor allem zu umweltbezogenen Themen (Landschaften, vom Aussterben bedrohte Tierarten etc.).

Ähnlich den Google-Doogles zu Jahrestagen oder besonderen Ereignissen werden die Bing-User damit direkt auf Informationen zu den (täglich wechselnden) Motiven geführt. Ein erbaulich-informatives Gimmick für Freizeit- und Mittagspausen-Surfer. Vor allem, weil sie die eigentlich Suche nicht behindert.

Bing: Alles Google?

Doch hinter dieser Maske: Alles wie gehabt, alles Google. Tatsächlich konnte Google mithilfe von Kunstwörtern (z.B. “hiybbprqag”) und absichtlichen Vertippern (“torsorophy” statt “tarsorrhaphy“) nachweisen, dass Bing die übermächtige Konkurrenz kopiert.

Doch angesichts Microsofts bisher vergeblicher Versuche (“MSN Search” und “Live Search”), bei den Großen mitzuspielen, muss das nicht zwangsläufig schlecht sein.

  • Erweiterte Suche

Die Erweiterte Suche wird mittels des Such-Assistenten umgesetzt: Dabei können Sie nach und nach Begriffe hinzufügen oder ausschließen. Voraussetzung dazu ist allerdings ein aktiviertes Java-Script.

  • Soziale Netzwerke

Seit Herbst 2010 ist es über Bing auch möglich, gezielt nach Informationen aus sozialen Netzwerken (Facebook, Twitter etc.) zu recherchieren. Diese Informationen sind allerdings nur registrierten Benutzern zugänglich. Alternativ verweist Bing auf allgemeine Seiten zum Suchbegriff beziehungsweise der Person.

  • Ergänzende Begriffe / Suchverlauf

Was bei Google die eingebaute Wortergänzungsfunktion, sind bei Bing alternative bzw. ergänzende Begriffe (Beispiel: “Holland” vs. “Fliegender Holländer”, “Holland-Rad” usw.) am linken Bildschirmrand. Außerdem listet Bing bisherige Suchwörter.

  • Dynamische Straßenansichten

Mit Streetside betreibt Bing inzwischen einen eigene Version von Googles  “Streetview”. Damit wird es Benutzern ermöglicht, durch die Straßen zahlreicher Städte zu “fahren”. Bislang beschränken sich die Ansichten zwar hauptsächlich auf die Austragungsorte von Olympischen Spielen in den USA und Kanada. Seiner Prämisse zur Transparenz folgend, verpflichtet sich Microsoft jedoch zur Einhaltung des Datenschutzkodex für Geo-Datendienste.

Weiterführende Links

Googles offizielles Blog-Statement zur Kopie durch Microsoft
…weil am Ende nur Ergebnisse zählen: diese Seite ermöglicht den direkten Vergleich von Suchergebnissen beider Seiten.
FAQ zum Bings Geodatendienst Streetside.