Selbstmotivation – Starten statt warten

Einfach übersetzt heißt “Karriere” nichts anderes als “Fahrstraße” (von lat.: carrus = Wagen). Doch, wer es bis ans Ende dieser Straße (und darüberhinaus) schaffen will, benötigt vor allem Durchhaltevermögen. Wie Sie sich selbst motivieren, damit Ihr Gefährt souverän ans Ziel gelangt, erläutern wir hier.

Viele Menschen verrichten ihre tägliche Arbeit, weil sie es “müssen”. Aber: Müssen sie wirklich? Haben sie wirklich keine andere Wahl? Geben sie nicht viel mehr einfach nur die Verantwortung für ihr unglückliches Leben ab?

Verantwortung fürs eigene Leben übernehmen

In den meisten Fällen ist es nur ein Frage der subjektiven Sichtweise, ob Sie mit Schwung durchs Leben, das Studium, den Beruf oder ob Sie schon während der Probezeit innerlich in Rente gehen.

Die Hoffnung auf einen lukrativen Job nach dem Studium allein reicht nicht aus, um ein im Grunde genommen völlig uninteressantes Studium zu rechtfertigen. Konzentrieren Sie sich lieber auf das, was Sie wirklich können. So finden Sie auch nach dem Examen Mittel und Wege, Ihre Talente in bare Münze umzuwandeln.

Natürlich gibt es in jedem Job oder Studiengang “Formtiefs” und Routinen. Doch, wer grundsätzlich weiß, wozu er morgens aufsteht, kann auch solche Phasen überstehen. Noch besser, als unbefriedigende Situationen auszusitzen ist es, sie aktiv anzugehen.

Einfach anfangen

Ein moderner Wirtschaftsmythos handelt von einer Sitzung der Nike-Gründer mit einer Werbeagentur. Im Laufe dieser Sitzung sagte der Agenturchef anerkennend: “Ihr Nike-Typen, Ihr macht es einfach.” Damit war einer der wirksamsten Slogans der Werbegeschichte geboren: “Just do it”.

Anstatt lange über Hindernisse und Schwierigkeiten zu lamentieren hilft manchmal nur eines: einfach machen. Gehen Sie neue Aufgaben beherzt an, bevor Sie Zeit haben, sich über die Verantwortung nachzudenken, die Sie sich damit eventuell aufhalsen oder wie tief sie fallen, wenn Sie scheitern.

Im Übrigen ist es auch die wirksamste Strategie für Aufgaben, zu denen Sie gar keine Lust haben. Schließlich verschwinden sie nicht, wenn Sie sie einfach ignorieren oder aufschieben. Im Gegenteil: Selbst, wenn Sie statt dessen erfüllende Tätigkeiten ausführen, bleibt immernoch die Erinnerung an die lästige Pflicht.

Vielleicht auch ein bisschen schlechtes Gewissen. Dagegen hilft nur eins: “Just do it”.

Weiter mit Bildung

Das gilt auch für Aufgaben, die Sie nicht erfüllen können. Besser: noch (!) nicht können. Denn ein Totschlagargument wie  “Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr” ist heutzutage zum Glück total überholt.

Nur, wer beständig an sich arbeitet, kann Arbeitsprozesse mitgestalten. Das gilt nicht erst, seit “Lebenslanges Lernen” bei der Bundesregierung zur Chefsache erklärt wurde. Schließlich dienen Lernen und Weiterbildung nicht nur dazu, Erwartungen der Arbeitswelt zu erfüllen.

Im Idealfall bilden Sie sich weiter, um persönlich voranzukommen. Beruflich wie menschlich. Egal, ob Sie Gitarrenstunden nehmen oder sich an der Volkshochschule in kaufmännische Buchführung vertiefen. Das gute Gefühl, etwas geschafft zu haben und sich Stück für Stück zu verbessern, wird auch ihre Umwelt bemerken.

Übrigens: Viele Chefs unterstützen die Fortbildung ihrer Mitarbeiter. Schließlich profitiert auch Ihr Arbeitgeber von Ihren erweiterten Kenntnissen. Fragen Sie beizeiten einfach in Ihrer Personalabteilung danach.

Eigener Anteil am Unternehmenserfolg

Es kann auf einer Baustelle nicht nur Architekten geben – auch, wenn die vielleicht am meisten daran verdienen. Um ein Haus zu bauen, sind auch Maurer, Zimmerleute, Gerüstbauer, Estrichleger usw. nötig. Das ist in Wirtschaftsunternehmen nicht anders:

Geschäftsführer zu sein, mag für viele erstrebenswert sein. Aber auch der Praktikant, die Telefonistin und der Hausmeister haben Ihren Anteil am Unternehmenserfolg. Daher: Hadern Sie nicht mit Ihrer Unterordnung.

Machen Sie sich stattdessen bewusst, was Ihre Arbeit für das große Ganze bedeutet. So fällt es Ihnen leichter, sich tagtäglich in Ihrer jeweiligen Position zu engagieren.

Fazit: Sie sind zufriedener mit Ihren eigenen Ergebnissen. Auf lange Sicht gelangen Sie so leichter an Ihr Karriere-Ziel.

Fehler machen erlaubt

Doch egal, ob Sie Karriere machen wollen oder sonstwie weiterkommen wollen: Seien Sie nicht zu perfektionistisch. Gestatten Sie sich Misserfolge. So wie Thomas Alva Edison, der mehr als 9.000 (!) Fehlversuche hinter sich hatte, bis er letzten Endes die Glühbirne erfunden hatte.

Es heißt, Edison habe seine vorherigen Experimente nicht als Fehlversuche abgetan, sondern als Entdeckung von 9.000 Möglichkeiten, wie man die Glühbirne nicht (!) erfindet. Es geht also nicht darum, Fehler zu vermeiden, sondern aus ihnen die richtigen Konsequenzen zu ziehen.

Erfolgstagebuch führen

Wer nämlich ausschließlich defizitorientiert durchs Leben geht, kann kein gesundes Selbstbewusstsein – sprich: Ein Bewusstsein für sich selbst –  entwickeln. Denn schließlich gehören zum Selbst sowohl Schwächen als auch Stärken.

Tatsächlich werden negative Erlebnisse langfristiger im Gehirn gespeichert als positive. Daher: Loben Sie sich selbst, wenn es gerade kein anderer tut – schriftlich und regelmäßig.

Tipp: Notieren Sie täglich fünf gute Taten. Benutzen Sie ein extra dafür vorgesehenes Buch.

Fragen Sie sich vor dem Zu-Bett-Gehen, was Sie besonders gut gemacht haben: Das können schon Kleinigkeiten sein, die sonst keiner bemerkt: Ob es der Verzicht auf Süßigkeiten ist, die Überwindung, nach der Uni doch noch joggen zu gehen. Oder haben Sie vielleicht heute besonders effektiv für die anstehende Klausur gelernt?

So entwickeln Sie mit der Zeit ein Gespür dafür, was Sie können. Sie haben unter Umständen etwas, das Sie aufmuntert, wenn es Ihnen mal nicht so gut geht. Außerdem ist es ein Ansporn, sich täglich ein bisschen zu steigern. “Eigenlob stinkt”? – Von wegen!

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