Sprachreisen als Bildungsurlaub

Seit 1976 haben Arbeitnehmer ein Recht auf Bildungsurlaub. Damit sind pro Jahr bis zu fünf Tagen Extra-Urlaub drin. Zu den wichtigsten Voraussetzungen gehört, dass während dieser Zeit eine Fortbildung mit beruflichem Schwerpunkt stattfindet. Sprachkurse im Ausland stellen dabei nicht selten einen Grenzfall dar.

Schließlich findet während einer Sprachreise nicht nur Unterricht statt. Da ein Bildungsurlaub prinzipiell bezahlter Urlaub ist, wollen Gesetz- und Arbeitgeber vermeiden, dass das Bildungsvorhaben bei Strandvergnügen und Sonnetanken zur Nebensache wird.

Grundsätzliches zum Bildungsurlaub

Darüber hinaus sind mit Bildungsurlauben im Ausland weitere Herausforderungen verbunden: Bildung obliegt grundsätzlich den Bundesländern. So ist zum Beispiel die “Bildungsfreistellung” nicht überall gesetzlich verankert. In Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen und Thüringen ist der Bildungsurlaub stattdessen in den einzelnen Tarifverträgen vermerkt.

  • Dauer

Im Allgemeinen können Arbeitnehmer fünf Tage Bildungsurlaub pro Kalenderjahr beantragen. Je nach Bundesland können Sie auch nicht genommenen Bildungsurlaub aus dem Vorjahr “mitnehmen” und sich an insgesamt zehn Tagen außerhalb der Arbeitsstelle fortbilden.

Es gibt auch Fälle, in denen Arbeitnehmer grundsätzlich (in jedem zweiten Jahr) zehn Tage zu Bildungszwecken freigestellt werden können. Wer mehr als  fünf Tage in der Woche arbeitet (z.B. Wechselschichten) kann auch mehr Tage Bildungsurlaub bekommen.

Entsprechend können Teilzeitkräfte weniger Bildungsurlaub beantragen. Genaueres regelt – wie bereits festgestellt – das Landesgesetz oder der Tarifvertrag.

Sonderfall Sprachreisen

So uneinheitlich der Anspruch auf Bildungsurlaub geregelt ist, so verschieden sind die jeweiligen Auffassungen, was Sprachkurse bzw. Sprachreisen angeht.

Einerseits werden natürlich Fremdsprachenkenntnisse angesichts der Globalisierung immer wichtiger für den einzelnen Arbeitnehmer. Vorausgesetzt, die Maßnahme bzw. der Ausrichter ist im Rahmen des Bildungsurlaubes offiziell akkreditiert, wird dem Antrag auch immer häufiger stattgegeben.

Und das auch mehr oder weniger unabhängig vom konkreten Arbeitsbereich. Andererseits knüpfen einige Länder an Sprachkurse im Bildungsurlaub unterschiedlich Bedingungen: NRW gewährt beispielsweise nur Sprachkurse im Umkreis von 500 km (des Arbeitsplatzes), Bremen hingegen legt Wert auf europäische Sprachen (bei freier Ortswahl), in anderen entscheidet der Einzelfall etc.

In wiederum anderen Bundesländern gehören Sprachkurse zum Qualifizierungsprogramm von Arbeitssuchenden und Teilzeitkräften. Der Sprachkurs muss in der Regel mindestens 5 aufeinanderfolgende Tage dauern. Während des Urlaubs müssen täglich mindestens 6 Einheiten (z.B. Stunden) unterrrichtet werden.

  • Einzelanerkennung

Wird der gewählte Sprachkurs nicht im Rahmen des Bildungsurlaubs anerkannt, sollten Sie das Gespräch mit Ihrem Arbeitgeber suchen. Abhängig vom Bundesland, können im Einzelfall 30 Unterrichtseinheiten bewilligt werden.

Länderregelungen Bildungsurlaub

Um konkrete Informationen zu erhalten, ob Ihr Bundesland Bildungsurlaub fördert bzw. welche Bedingungen an Sprachkurse gekoppelt sind, wenden Sie sich am besten ans zuständige Landesministerium für Bildungsfragen:

Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales und Frauen II B (ABS)
Storkower Straße 134
10407 Berlin
Tel.: 030 / 9022 – 2540

Der Antrag muss bis spätestens 6 Wochen vor Kursbeginn vorliegen. Es werden 10 Tage innerhalb von 2 Jahren genehmigt. Der Anspruch kann nicht ins Folgejahr übertragen werden.

Ministerium für Bildung, Jugend und Sport
– Referat 34 –
Steinstraße 104 – 106
14473 Potsdam
Tel.: 0331 / 866 – 3761

Der Antrag muss bis spätestens 6 Wochen vor Kursbeginn vorliegen. Es werden 10 Tage innerhalb von 2 Jahren genehmigt. Der Anspruch kann nicht ins Folgejahr übertragen werden.

Senator für Bildung, Wissenschaft, Kunst und Sport
Referatsgruppe Weiterbildung
Herdentorsteinweg 7
28195 Bremen
Tel.: 0421 / 361 – 4541

Der Antrag muss bis spätestens 4 Wochen vor Kursbeginn vorliegen. Es werden 10 Tage innerhalb von 2 Jahren genehmigt. Der Anspruch kann ins Folgejahr übertragen werden.

Behörde für Bildung und Sport
Amt für Berufliche Bildung und Weiterbildung
– BW 331 –
Hamburger Straße 131
22083 Hamburg
Tel.: 040 / 42863 – 3322

Der Antrag muss bis spätestens 6 Wochen vor Kursbeginn vorliegen. Es werden 10 Tage innerhalb von 2 Jahren genehmigt. Der Anspruch kann ins Folgejahr übertragen werden.

Hessisches Sozialministerium
– Referat IV 15 –
Dostojewskistraße 4
65187 Wiesbaden
Tel.: 0611 / 817 – 3673
Fax: 0611 / 890 – 8421

Der Antrag muss bis spätestens 6 Wochen vor Kursbeginn vorliegen. Es werden 5 Tage pro Jahr genehmigt. Der Anspruch kann ins Folgejahr übertragen werden.

Landesversorgungsamt Mecklenburg-Vorpommern
Erich-Schlesinger Straße 35
18059 Rostock
Tel.: 0381 / 122 – 2954

Der muss bis spätestens 6 Wochen vor Kursbeginn vorliegen. Es werden 5 Tage pro Jahr genehmigt. Der Anspruch kann ins Folgejahr übertragen werden.

Niedersächsischer Bund für freie Erwachsenenbildung e.V.
– Verwaltungsstelle –
Marienstraße 9 – 11
30171 Hannover
Tel.: 0511 / 36491 – 23

Der Antrag muss bis spätestens 4 Wochen vor Kursbeginn vorliegen. Es werden 5 Tage pro Jahr genehmigt. Der Anspruch kann ins Folgejahr übertragen werden. Einzelanerkennung ist möglich. Voraussetzung: Anmeldung mindestens 2 Monaten vor Beginn des Kurses.

Ministerium für Soziales und Arbeit, Qualifikation und Technologie des Landes Nordrhein-Westfalen
Referat 415
Breite Straße 31
40213 Düsseldorf
Tel.: 0211 / 8618 – 4602

Der Antrag muss bis spätestens 6 Wochen vor Kursbeginn vorliegen. Es werden 5 Tage pro Jahr genehmigt. Der Anspruch kann ins Folgejahr übertragen werden.

Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Weiterbildung
Referat 1564
Mittlere Bleiche 61
55116 Mainz
Tel.: 06131 / 16 – 2857

Der Antrag muss bis spätestens 6 Wochen vor Kursbeginn vorliegen. Es werden 10 Tage innerhalb von 2 Jahren genehmigt. Der Anspruch kann übertragen werden. Eine Einzelanerkennung ist möglich. Voraussetzung: Anmeldung mindestens 3 Monaten vor Beginn des Kurses.

Ministerium für Wirtschaft und Finanzen
Referat E/4
Am Stadtgraben 6-8
66111 Saarbrücken
Tel.: 0681 / 58806 – 505

Der Antrag muss bis spätestens 6 Wochen vor Kursbeginn vorliegen. Pro Jahr werden 5 Tage genehmigt.  Der Anspruch kann ins Folgejahr übertragen werden. Stimmt der Arbeitgeber zu, kann der Bildungsurlaub für bis zu vier Kalenderjahren zusammengefasst werden. So werden auch längere Bildungsmaßnahmen möglich.

Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt
Referat 43
Turmschanzenstraße 32
39114 Magdeburg
Tel.: 0391 / 567 – 3832

Der Antrag muss bis spätestens 6 Wochen vor Kursbeginn vorliegen. Es werden 5 Tage pro Jahr genemigt. Der Anspruch kann ins Folgejahr übertragen werden.

Ministerium für Wirtschaft, Technologie und Verkehr
Referat VII 33
Düsternbrooker Weg 94
24105 Kiel
Tel.: 0431 / 988 – 4644

Der Antrag muss bis spätestens 6 Wochen vor Kursbeginn vorliegen. Es werden 5 Tage pro Jahr genehmigt. Der Anspruch kann ins Folgejahr übertragen werden.