Sprachreisen steuerlich absetzen

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Ohne Invesition kein Gewinn. Das gilt auch für Sprachkurse im Ausland. Wer eine Fremdsprache dort lernen möchte, wo sie täglich gesprochen wird, muss erst einmal zahlen. Doch Sie können sich einen Teil Ihres Geldes vom Staat zurückholen, und zwar über die Einkommenssteuer-Erklärung. Wie’s geht, zeigen wir hier:

Der Weg zur steuerlichen Absetzbarkeit von Sprachreisen führt über die Nebenkosten eines solchen Unternehmens. Schließlich fallen während einer Sprachreise nicht nur Kurskosten an. Hinzu kommen üblicherweise An- und Abreise, Verpflegung und Transporte vor Ort usw.

Sprachreisen & Einkommenssteuer-Erklärung

Diese Posten werden für die Lohnsteuer als absatzfähig interessant. Dabei behandeln einzelne Bundesländer, soger einzelne Finanzämter, Sprachreisen unterschiedlich. Je nachdem, wo Sie Ihre Einkommenssteuer-Erkärung abgeben, gelten Sprachkurse im Ausland als Werbungskosten,  Betriebsausgaben oder Sonderausgaben.

  • Werbungskosten

Einkommenssteuergesetz sind Werbungskosten  “Aufwendungen, die der Erwerbung, Sicherung und Erhaltung von Einnahmen dienen” (§ 9 Abs. 1 EStG). Dazu zählen unter anderem An- und Abreise-Kosten, Fortbildungskosten (Kursgebühren) und Arbeitsmittel (z.B. Lehrbücher).

  • Betriebsausgaben

Betriebsausgaben definiert das Einkommenssteuergesetz als “Aufwendungen, die durch den Betrieb veranlasst sind” (§ 4 Abs. 4 EStG). Das bedeutet, dass Sie dem Finanzamt nachweisen müssen, dass Sie die Sprachreise unternehmen, weil es das konkrete Arbeitsumfeld erfordert.

  • Sonderausgaben

Sonderausgaben sind per definitionem Aufwendungen, die weder zu den Betriebsausgaben noch zu den Werbungskosten gehören. Danach fallen Sprachreisen unter die Kategorie “Berufsausbildungskosten” (als “beschränkt abzugsfähige Sonderausgaben” gem. EStG).

Darunter fallen z.B. Aufwendungen in Verbindung mit einem Hochschulabschluss, aber auch mit einem allgemeinbildenden Schulabschlusses (Abitur Abendgymnasium). Als Sonderausgaben sind Berufsausbildungskosten bis zu 1227,- EUR pro Jahr abziehbar.

Darunter beinhaltet auch Investitionen in die Weiterbildung eines nicht ausgeübten Berufes, z.B. um sich als Arbeitssuchender für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren.

Berufliche Fortbildung

Grundsätzlich sollte die Sprachreise (In- und Ausland) der Vertiefung bzw. dem Erwerb von Sprachkenntnissen dienen. Private Interessen sollten ausgeschlossen bzw. als sehr gering eingestuft werden können.

Als Student sollten Sie also nachweisen können, dass die Sprachreise in einem Zusammen mit ihrer akademischen Ausbildung steht, z.B. dass das im Ausland erreichte Sprachzertifikat zu den Zugangs-Vorausetzungen Ihres Ziel-Studiengangs gehört.

  • Inhalte dokumentieren

Für Absolventen gilt: Die Sprachreise sollte nachweisbar in einem engen sachlichen und zeitlichen Zusammenhang zu den Bewerbungen im Berufsleben stehen. Sie können den Kurs und seine Inhalte selbst dokumentieren.

Oder Sie bitten den Veranstalter bzw. die Sprachschule, eine Bestätigung auszustellen und den Kursverlauf im Einzelnen darzulegen.

Private Interessen ausschließen

Um private Interessen möglichst auszuschließen, sollten Sie Ihre Familie zuhause lassen und die Sprachreise außerhalb der Urlaubszeit buchen. Andernfalls dürfte es schwierig werden, eine berufliche Motivation glaubhaft zu machen.

Auch Halbtagskurse mit freien Vor- oder Nachmittag sehen für das Finanzamt stark nach Privaturlaub aus. Daher nehmen Sie idealerweise an einem Vollzeitkurs mit ganztägigem Unterricht teil (d.h.mindestens 30 Unterrichts-Einheiten mit jeweils 45 Minuten pro Woche). Unterrichtsfreie Wochenenden werden normalerweise nicht beanstandet.

Kurskosten gesondert ausweisen

Es ist günstig, die Sprachkurskosten gesondert auszuweisen, da sie die besten Chancen auf eine steuerliche Anerkennung haben. Die gesamten Aufenthaltskosten und Reisekosten sind sehr selten komplett abzusetzen, da eine Abgrenzung zu privaten Interessen der Reise meist nicht 100-prozentig nachzuweisen ist.

Weitere Auskünfte erteilt das zuständige Finanzamt oder der Steuerberater Ihres Vertrauens.