Studienkredite – Vorsicht vor den Fallstricken

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Ein Studium ist teuer. Kein Wunder, dass über 80 Prozent der Studenten noch von den Eltern unterstützt werden. War es früher an der Tagesordnung, dass Studenten neben der Uni noch jobben gehen konnten, hat das stark verschulte Bachelor-Studium hier massive Hürden aufgebaut. Die Anwesenheitspflicht im Seminar macht es nicht möglich, mal eben eine Stunde mehr zu arbeiten. Abhängig vom Studiengang ist es gar nicht erst möglich, überhaupt nebenher Geld zu verdienen. Eine deutliche Entspannung gibt es jedoch für Auslandssemester. Bis zur Einführung des Erasmus-Stipendiums durch die Europäische Union war die Zahl derer, die über den DAAD ein Auslandsstipendium erhielten, stark begrenzt. Austauschprogramme mit ausländischen Hochschulen gab es nicht überall. Wie sieht es aber bei der Finanzierung des hiesigen Studiums aus, wenn Jobben nicht möglich ist, die Eltern nur bedingt helfen können? Bafög ist zwar schön und gut, als einzige Finanzierungsquelle aber kaum ausreichend. Vor diesem Hintergrund haben sich Studienkredite etablieren können. Ein Studium bis zum Master-Abschluss kostet je nach Region zwischen 33.000 und 66.000 Euro. Hauptkostenfaktor ist die Miete. Diese fällt in Greifswald niedriger aus als in Frankfurt am Main.

Hilfe von der Bank?

Studienkredite werden von Banken, Sparkassen und der KfW, der Kreditanstalt für Wiederaufbau, vergeben. Die Auszahlungsmodalitäten unterscheiden sich ebenso wie die Auflagen hinsichtlich der Rückzahlung. Bei der Rückzahlung lauert der eine oder andere Fallstrick für die angehenden Akademiker. Dabei gilt es, drei Szenarien zu berücksichtigen. Im ersten Fall wird das Studium innerhalb der vorgegebenen Zeit ordnungsgemäß abgeschlossen. Im zweiten Fall benötigen die studierenden Kreditnehmer mehr Zeit, als vorgesehen. Die dritte Variante berücksichtigt das Viertel der Studenten, die ihr Bachelorstudium vorzeitig abbrechen. Bei in den Augen der Geldgeber ordnungsgemäßem Studienverlauf beginnt die Rückzahlung zu einem Zeitpunkt, der zwischen zwei und zehn Jahren nach Ende des Studiums liegt, abhängig von dem jeweils finanzierenden Institut. Idealerweise findet der Studienabgänger auch gleich eine Beschäftigung, die Rückzahlung ist gesichert.

Die Krisenszenarien

Problematischer wird es, wenn sich das Studium länger als geplant hinzieht, die Ursachen können vielfältiger Natur sein. Die Kreditverträge sehen hier, auch wieder abhängig von der jeweiligen Bank, durchaus Klauseln vor, welche fallweise eine Prolongation der Zeit zwischen Ende der Darlehensauszahlung und Beginn der Rückführung vorsehen. Ist die Ursache der Studienverlängerung nicht abgedeckt, kommen auf den Studierenden möglicherweise noch während des Studiums Rückführungsforderungen zu. Die Zeitung „Die Welt“ berichtete in ihrer Ausgabe vom 24.9.2015 von einem solchen Fall. Die betroffene Studentin konnte nur mithilfe der Verbraucherzentrale das finanzierende Institut, die Deutsche Bank PGK AG, von einer Aussetzung der Rückzahlung überzeugen.

Die Schuldenfalle bei Studienabbruch

Rund 25 Prozent der Bachelor-Studenten brechen ihr Studium vorzeitig ab. Natürlich haben nicht alle Studenten und Studentinnen die Semester bis zum Ausstieg durch einen Studienkredit finanziert. Diejenigen, welche darauf zurückgegriffen haben, stehen aber vor einem echten Problem. Die meisten Kreditverträge sehen vor, dass die bis dahin geleistete Kreditsumme bei Abbruch des Studiums unverzüglich und in einer Summe zurückgezahlt werden muss. Die wenigsten Studienabbrecher können von einem Tag auf den anderen auf eine gut dotierte Tätigkeit zurückgreifen, um sich von dieser Schuldenlast zu befreien. Aus einem Fehler bei der Wahl der Ausbildung wurde von einem Moment auf den anderen eine Schuldenfalle, eine finanzielle Notlage.

Gibt es Alternativen?

Ja, die gibt es. Was auf den ersten Blick absurd klingt, ist aufgrund der besseren Rahmenbedingungen häufig die bessere Lösung, der klassische Ratenkredit. Es lohnt sich auf jeden Fall, die Kreditbedingungen eines solchen Darlehens mit denen eines Studienkredites zu vergleichen (Siehe www.guenstigerkreditvergleich.com) und durchzurechnen.

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