Tageszeitungen – Kurzabos für Studenten

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Das Internet ist Fluch und Segen zugleich. Studium und Beruf ohne weltweites Netz? Undenkbar. Dagegen hat die Printbranche nach wie vor mit den Herausforderungen der Online-Konkurrenz zu kämpfen. Was die traditionelle Tagespresse an den Rand einer Krise führt, erweist sich als Vorteil – vor allem für Studierende.

“Im letzten Quartal 2010 sind in Deutschland 24,14 Mio. Tages-, Wochen- und Sonntags-Zeitungen pro Erscheinungstag verkauft worden”, vermeldete der Bundesverband deutscher Zeitungsverleger (BDZV) in einer Pressemitteilung vom 24. 01. 2011 (gelesen: 27.01.2012).

Print-Zeitungen: Leser und Abos rückläufig

Das bedeutet einen Rückgang von 2,35 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ähnlich sieht es bei den Sonntagszeitungen (-3 Prozent), den Abos (- 1,5 Prozent), aber auch den Einzelverkäufen (-4,48 Prozent) aus. Zuwächse gab es bezeichnenderweise bei den Online-Ausgaben der Print-Zeitungen, dem ePaper (+12%). Das belegt einmal mehr die Rolle, die das Internet mittlerweile im Leben der Menschen spielt.

Nicht zu unterschätzen indes ist der Verdienst der rund 400 Zeitungsredaktionen um die gesellschaftliche Bildung in Deutschland. Denn im Gegensatz zum Internet, wo prinzipiell jeder sein Meinung ungefiltert kundtun kann, stehen hinter jeder Tageszeitung erfahrene Redakteure.

Journalistische Qualitäts-Standards

Fachleute, die sich im Rahmen ihrer Ausbildung zur Einhaltung journalistischer Qualitätsstandards verpflichtet haben. Dazu zählt unter anderem, mehr als eine Quelle  für eine Nachricht heranzuziehen, bei Konflikten unterschiedliche Meinungen darzustellen und die kritische Distanz gegenüber der Nachricht zu wahren.

Hohe Dichte an Tageszeitungen in Deutschland

Tatsächlich gibt es kaum ein Land mit so einer hohen Dichte an meinungsbildenden Blättern, bestätigte Walter J. Schütz gegenüber der Berliner Zeitung (Ausgabe 29.03.2005, gelesen 27.01.2012, 09.59 Uhr). Der Kommunikationswissenschaftler erhebt seit 1954 Daten aus der deutschen Presselandschaft.

Schütz zufolge gäbe es im Ausland vor allem unpolitische Wochenblätter. Allenfalls die Schweizer und Niederländer seien mit Tageszeitungen annähernd so gut versorgt wie die Deutschen. Und Qualität hat eben ihren Preis.

Kostenlose Studenten-Abos

Um den zum Teil massiven Einbrüche bei den Erträgen entgegen zu wirken, gehen viele Tageszeitungen mittlerweile offensiver auf die Kundschaft zu. Anstatt die Exemplare einfach nur am Kiosk bereitzustellen, werben (nicht selten studentische) Mitarbeiter der Verlage vor Supermärkten und Uni-Mensa-Betrieben um Leser und Abonnenten.

Besonders Studierende profitieren davon. Schließlich können sie sich auf diese Weise theoretisch monatelang täglich durch den deutschen Blätterwald lesen. Dabei kommen die Verlage den Studenten entgegen: Kurz-Abos von zwei Wochen laufen häufig automatisch aus, ohne dass Sie extra kündigen müssen. Damit besteht auch keine Gefahr, sich langfristig an eine (einzige) Tageszeitung binden zu müssen.

Weiterführende Links

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