Uni Rankings und die Wahl der richtigen Universität

Wer sich entschlossen hat zu studieren, steht vor einer Reihe von schwierigen Entscheidungen. Die Wahl eines geeigneten Studienfachs ist eine davon. Ebenso wie die Entscheidung, welche Studienform für einen individuell die richtige ist. Zu guter Letzt tun sich viele mit der Wahl der passenden Universität schwer.

Räumliche Aspekte sind häufig die ausschlaggebenden. Wenn der eigene Wohnort beispielsweise eine geeignete Universität hat, braucht man nicht lange überlegen, man kann eigentlich da, wo man ohnehin schon ist, auch gleich studieren. Ähnlich verhält es sich, wenn man immer schon in eine bestimmte Stadt oder ein bestimmtes Land ziehen wollte und diese „zufällig“ eine Universität hat, die das präferierte Studienfach anbietet. Da fällt die Entscheidung nicht schwer.

Viele Studenten machen die Entscheidung auch vom jeweiligen Studienfach abhängig, da es Hochschulen gibt, die sich auf bestimmte Fächer spezialisiert haben und man hier auf die für diesen Bereich beste Ausbildung hoffen darf.

Wer darüber hinaus immer noch vor der Qual der Wahl steht und sich einen Überblick über die Universitäten verschaffen möchte, kann auf ein Uni Ranking zurückgreifen.

Was sind Uni Rankings?

Basierend auf dem Wunsch, die beste Hochschule zu finden, dienen Uni Rankings dazu, zukünftigen Studenten einen Überblick über das Angebot zu verschaffen und die besten Universitäten herauszustellen. Hierzu werden unterschiedliche Faktoren in einer Studie untersucht, sowohl Studenten als auch Dozenten befragt und die Gegebenheiten und Angebote der jeweiligen Universitäten miteinander verglichen. Was dabei herauskommt, sind quasi Hochschul-Charts, eine Bestenliste, die den Unentschiedenen helfen soll, eine Auswahl zu treffen. Je nachdem, ob man in Deutschland oder im Ausland studieren möchte, sind unterschiedliche Ranking-Systeme zu empfehlen.

Studieren in Deutschland

Jährlich im Mai erfolgt das für Deutschland maßgeblichste Ranking des Centrums für Hochschulentwicklung in Zusammenarbeit mit der Zeitung „Die Zeit“. Die Benotung der teilnehmenden Hochschulen erfolgt aus einer Berechnung aller Faktoren wie

  • die Beurteilungen der Studenten und Dozenten,
  • der zur Verfügung stehenden Forschungsgelder,
  • der Publikationen,
  • der Erfindungsmeldungen sowie
  • weiterer Details.

Allerdings halten viele die Ergebnisse des CEH-Rankings für nicht aussagekräftig, da nicht alle Hochschulen von den Rankingfaktoren überzeugt sind und daher die Mitarbeit an der jährlichen Studie verweigern.

Die Top 200 weltweit

Das Times Higher Education Ranking veröffentlicht regelmäßig ein Ranking der Top-200-Universitäten weltweit. Wer also seinen Horizont deutlich erweitern und ein Auslandsstudium an einer der weltweit besten Hochschulen absolvieren möchte, findet in diesem Ranking eine äußerst gute Orientierungshilfe. Die Bewertung erfolgt hierbei auf Grundlage eines ausgeklügelten Systems, welches sich

  • zu 30 % aus der angebotenen Lehre,
  • zu 32,5 % aus zitierten wissenschaftlichen Arbeiten,
  • zu 30 Prozent aus den Forschungsergebnissen,
  • zu 25 % aus den wirtschaftlichen Fördergeldern sowie
  • zu 5 % aus der Vielfältigkeit der Herkunft sowohl der Studenten als auch Dozenten zusammensetzt.

Da die Anforderungen und damit auch die Beurteilung der verschiedenen Länder jedoch stark voneinander abweichen können, sind die Ergebnisse als nicht rein objektiv zu betrachten.

Weitere Rankings, die bei der Auswahl einer internationalen Hochschule berücksichtigt werden können, sind World’s Best Universities, das Academic Ranking of World Universities, oder das der Jiaotong-Universität in Shanghai.

Wer darüber hinaus nicht nur ein Ranking der besten Universitäten sucht, sondern auch umfassend über verschiedene Universitäten weltweit informieren möchte, für den ist das neue U-Multirank vielleicht von Interesse. Immerhin beinhaltet dieses nicht nur ein Ranking, sondern bietet auch weitere Details zu über 800 Hochschulen in derzeit 74 Ländern. Zwar sind diese Bewertungsergebnisse bislang nur für die Studienfächer Betriebswirtschaftslehre, Physik, Elektro- und Informationstechnik sowie Maschinenbau erhältlich, doch wird die Liste stetig ausgebaut. Noch in diesem Jahr sollen Bewertungen in den Fächern Medizin, Psychologie und Informatik hinzukommen. Dabei basiert die Bewertung auf ähnlichen Faktoren wie die des CHE-Rankings: Qualität des Lernumfeldes und der Lehre, Image im Forschungsbereich, regionales Engagement, internationale Ausrichtung und Zusammenarbeit mit der Industrie.

Auf welche Universität die persönliche Entscheidung letzten Endes fällt, kann wahrscheinlich von einem Ranking allein nicht beeinflusst werden, zumal das subjektive Empfinden sowie persönliche Ansprüche nicht in Form einer solchen Auswertung berücksichtigt werden können. Für zukünftige Studenten bieten die Rankings jedoch einen guten Überblick darüber, über welches Lehrangebot die jeweiligen Universitäten verfügen, wie hoch die Forschungsgelder sind und inwieweit die Universität und ihre Einrichtungen wie beispielsweise die Bibliotheken ausgestattet sind. Auch das internationale Image und der Ruf, den die Hochschule genießt, können unter Umständen später von Bedeutung sein, wenn man sich in einem renommierten Unternehmen als Absolvent bewerben möchte. Regionale Faktoren wie Mietspiegel, Unterkunftsmöglichkeiten oder ortsansässige Industrie, die womöglich für Projektarbeiten oder Praktikumsplätze in Frage kommt, spielen ebenfalls eine Rolle.

Auch sollten sich Studenten bzw. die, die es werden wollen, immer bewusst sein, dass derartige Studienergebnisse wie die Rankings nie ganz objektiv verlaufen. Häufig verfolgen sie auch wirtschaftliche Interessen und werden von den entsprechenden Stellen finanziert. Dies sollte man bei allem Informationsfluss im Hinterkopf behalten. Hinzu kommt die Tatsache, dass nicht alle Universitäten am Bewertungssystem teilnehmen, und das Ranking letzten Endes nur einen Teil der in Frage kommenden Hochschulen abdeckt.
Die finale Entscheidung sollte immer auch erst nach einer persönlichen Begehung erfolgen, nachdem sich der zukünftige Student von den Gegebenheiten ein Bild hat machen können.

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