Verbundstudium NRW – Neben dem Beruf zum Hochschulabschluss

Neben dem Beruf zum Examen – das ist das erklärte Ziel der Nachwuchs-Akademiker, die ein Verbundstudium absolvieren. Dabei handelt es sich um eine Sonderform des berufsbegleitenden Studiums in Nordrhein-Westfalen, denn anstatt an einer Berufsakademie findet es vor allem an “normalen” FHs in NRW statt.

Darüber hinaus verbindet es Präsenzveranstaltungen mit Selbstlernphasen. Unter dem Namen “Blended Learning” wird dieses Konzept vor allem an Fernhochschulen praktiziert.

Das Konzept Verbundstudium

Ingesamt zwölf Fachhhochschulen aus NRW haben sich zusammengeschlossen, um ihre wissenschaftlichen Ressourcen für ein flexibles Weiterbildungs-Studium anbieten zu können.

Als Studierender lernen Sie nach Feierabend, und der Präsenzunterricht findet fast ausschließlich an den Wochenenden statt. Dadurch ist das Verbundstudium in der Regel gut mit Beruf und Ausbildung zu vereinbaren.

Die teilnehmenden Unternehmen unterstützen ein Verbundstudium unter anderem durch Sonder-Freistellungen, finanzielle Förderung und zusätzliche Betreuungsangebote. Statt sich zwischen Beruf und Studium entscheiden zu müssen, können sie sich weiterhin um Karriere, Familie und Freizeit kümmern.

Abschlüsse im Verbundstudium

Im Zuge des Bologna-Prozesses wurden auch die Verbundstudiengänge auf international anerkannte Bachelor- und Master-Examen umgestellt. Das Studium ist inhaltlich eng mit der beruflichen Praxis verknüpft. Daher konzentriert sich das Angebot hauptsächlich auf Fächer, die auf ein relativ konkretes Berufsfeld vorbereiten, darunter:

  • Maschinenbau (B.Eng.)
  • Kunststoff- / Elektrotechnik (B.Eng)
  • Betriebswirtschaft (B.A., MBA)
  • Wirtschafts-Ingenieurwesen (B.Sc.)
  • Wirtschaftsrecht (LL.B., LL.M.)
  • Web Science (M.Sc.)
  • Sozialmanagement (M.A.)
  • Frühpädagogik (B.A.)

Verbundstudium – Für wen?

Dieses Konzept zur persönlichen Weiterbildung kommt vor allem denjenigen entgegen, die ihren aktuellen Status zugunsten eines Studiums nicht vollkommen aufgeben können oder wollen. Fest angestellten Mitarbeitern eines Unternehmens ebenso wie Auszubildenden, die sich gezielt spezialisieren wollen.

Auch Erst-Absolventen, die trotz des ersten Arbeitsvertrages weiterstudieren möchten, können Ihr Bachelor-Examen nebenberuflich durch ein Masterprogramm ergänzen.

Darüber hinaus können sich Elternteile, die wegen der Kindererziehung beruflich pausieren, relativ unabhängig von Arbeitsorten und Vorlesungssälen, auf den Wiedereinstieg vorbereiten.

Unter bestimmten Voraussetzunge können sich auch Interessierte ohne (Fach-)Abitur um ein Verbundstudium bewerben. Zum Beispiel:

  • Meister und gleichwertig Qualifizierte (Techniker, IHK-Kaufleute etc.)
  • Berufsausbildung (mind. 2 Jahre) + Tätigkeit (mind. 3 Jahre)
  • Alternativ: Ausbildung (mind. 2 Jahre) + Erfahrung im Bereich Pflege und Erziehung

Über die letztendliche Zulassung entscheidet gegebenenfalls eine Zugangsprüfung bzw. ein Probestudium.

Persönliche Eignung für ein Verbundstudium

Doch selbst, wenn Sie die formalen Voraussetzungen erfüllen, sollten Sie sich darüber klar sein, dass ein Verbundstudium unter Umständen große Kompromisse erfordert:

Sie müssen sich dauerhaft zum selbständigen Arbeiten motivieren können, benötigen Raum und Zeit, um ungestört arbeiten zu können, verbringen Ihre Wochenenden in der FH statt mit Freunden und Famile usw.

Um sicherzustellen, dass Ihre nebenberufliche Fortbildung ein voller Erfolg wird, können Interessierte eine der zahlreichen Info-Veranstaltungen besuchen, die das Institut für Verbundstudien der Fachhochschulen Nordrhein-Westfalens (IfV NRW) regelmäßig anbietet.

Darüber hinaus hat das IfV NRW auf seiner Homepage einen Fragebogen erstellt, der helfen soll, die richtige Entscheidung zu treffen.

Weiterführende Links

Verbundstudium – Infos zu Anbietern und Fächern im Verbundstudium