4 BAföG-Alternativen

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Der BAföG-Antrag wurde abgelehnt, das Geld fürs Studium und den eigenen Lebensunterhalt ist deswegen noch lange nicht da – eine Situation, in die jedes Jahr nicht wenige Studienwillige geraten. Die Eltern verdienen zu viel oder die Studieninteressenten arbeiten bereits selbst, deswegen erhalten sie keine BAföG-Leistungen. Da das in fast jedem Fall noch lange nicht bedeutet, dass für Studiengebühr und Lebenshaltungskosten gesorgt wäre und dies von den Eltern auch nicht erwartet werden kann, brauchen Betroffene Alternativen zum BAföG – und diese wiederum gibt es reichlich.

Studienkredite

Eine der beliebtesten Alternativen zum BAföG sind Studienkredite. Hierbei nehmen Studierende zu Studienbeginn eine Summe X auf, beispielsweise bei der KfW- oder der DKB-Bank. Diese wird ihnen nun in Raten ausbezahlt, die beispielsweise bei der KfW bei maximal 650 Euro monatlich liegen. Hieraus kann ein Studierender nun die eigenen Lebenshaltungskosten bezahlen oder aber nebenbei arbeiten, um selbst etwas zum Haushaltseinkommen beizutragen. Die Höhe des Studentendarlehens kann daran entsprechend angepasst werden. Würde ein Bachelor-Student nun beispielsweise den Höchstsatz ausbezahlen lassen, so hätte er nach 6 Semestern mit 3 Jahren eine Summe von rund 23500 Euro zzgl. Zinsen zurückzubezahlen, die Rückzahlung beginnt mit dem ersten bezahlten Vollzeitjob nach dem Studium. Studienkredite sind vollkommen unabhängig vom Einkommen des Studierenden während des Studiums und stellen eine Grundsicherung dar, die jeder Student bekommen kann. Alternativ, allerdings nur, wenn ein regelmässiges Einkommen und bestenfalls zusätzlich ein Mitantragsteller vorhanden ist, bietet sich für größere Anschaffungen ein Ratenkredit an.

Nebenjobs und Werkstudenten-Stellen

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, neben dem Studium arbeiten zu gehen. Allerdings sollten Studierende wissen, dass sich das Bachelor-Studium als Vollzeit-Aufgabe versteht und dass sich das auch in einem Master-Studiengang nicht wesentlich ändert. Der Job dagegen wird ebenfalls gewisse Anwesenheitszeiten von ihnen fordern, sodass diese Möglichkeit sich faktisch oft nur semesterweise anbietet, wenn ein einzelnes Semester ruhiger verläuft. Idealerweise findet sich ein langfristiger Arbeitgeber für die Zeit des Studiums, der das weiß und darauf Rücksicht nimmt, dass die Anwesenheit des Werkstudenten von seiner Auslastung im Studium abhängt. Durchaus denkbar wäre aber die Ergänzung eines niedriger angesetzten Studienkredits bei der KfW oder DKB durch eine erste bezahlte Arbeitsstelle.

Stipendien und Fördertöpfe

In Einzelfällen bieten sich Stipendien, Förderprogramme und Angebote von Hochschulen und Stiftungen zur Finanzierung des Studiums an. Sie decken mal nur die Studiengebühren, mal aber auch Lebenshaltungskosten – je nachdem, was sie fördern wollen. Studierende, die nach einer BAföG-Alternative insbesondere für die Studiengebühren suchen, sollten sich nach Begabtenprogrammen umsehen. Meistens sind für Stipendien auch gute bis herausragende Studienleistungen notwendig. Für junge Eltern, Einwanderer und weitere Bevölkerungsgruppen, die ohnehin erschwerte Umstände zu meistern haben, richtet sich die Stipendienhilfe oder das Förderprogramm oft eher an die Deckung von Lebenshaltungskosten während des Studiums.

Fernuniversitäten – die preisgünstige Alternative

Falls keine Möglichkeit für einen Studierenden in Frage kommt und es keine BAföG-Leistungen geben wird, denken viele Studienwillige über eine alternative, weniger kostspielige Hochschule nach. Für manche Studiengänge sind die Fernhochschulen eine Empfehlung, die gerade allgemeine und viel besuchte Studiengänge günstiger anbieten. Dadurch verzichtet man zwar auf die Präsenzzeiten an der Hochschule, der Abschluss ist aber gleichwertig und man könnte währenddessen auch arbeiten gehen.

Duales Studium: Ausbildung und Studium, aber bezahlt

Apropos Fernhochschule – ein bezahlter Arbeitsplatz, bei dem man parallel zum Studium eine Ausbildung erwirbt, klingt gut? Dann empfiehlt sich das duale Studium. Hierbei arbeiten Arbeitgeber und Hochschule eng zusammen und der Studierende hat am Ende seiner 6 Semester beim Bachelor einen Ausbildungsabschluss. Der Arbeitgeber zahlt die Studiengebühren, für die Lebenshaltungskosten bleibt je nach Arbeitsvertrag auch noch etwas übrig. Auf BAföG oder einen Studienkredit kann man dann verzichten – allerdings gibt es duale Studiengänge nicht für alle Studienrichtungen, sondern hauptsächlich für wirtschaftliche und technische Richtungen.

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