Die Kanaren – Inseln des ewigen Frühlings

Ob Hunde einst als Namens-Paten für die kanarischen Inseln herhalten mussten oder doch der gelbe Singvogel, ist nicht geklärt. Sicher jedoch ist: Die Kanaren, das zu Spanien gehörende Atoll vor der Küste Westafrikas, gehören zu den beliebtesten Reisezielen der Deutschen. Das liegt vor allem am dortigen Klima.

Die Kanarischen Inseln liegen in den Subtropen. Das bedeutet: Selbst, wenn in unseren Breitengraden tiefster Winter herrscht (oder zumindest herrschen sollte), warten die Kanaren mit überaus angenehmen 20 bis 25 Grad Celsius auf.

Vielfältige Arten und Landschaften

Und zwar das ganze Jahr lang. Ein Umstand, der ihnen den Beinamen “Inseln des ewigen Frühlings” einbrachte. Vor allem begünstigt ein derartiges Klima eine Artenvielfalt von Tieren und Pflanzen, die schon Naturforscher Alexander von Humboldt beeindruckte.

Schätzungsweise 1800 unterschiedliche Pflanzenarten blühen hier – die meisten davon wachsen ausschließlich auf den kanarischen Inseln. Darunter der Drachenbaum, aus dem bereits die Römer Medizin herstellten. Zu den typisch kanarischen Tierarten gehören die Rieseneidechsen, die hier schon einmal bis zu 80 cm groß werden.

Allen gemein ist der vulkanische Ursprung. Zu den Zeugen dieser Enstehung gehören natürlich der Teide auf Teneriffa sowie die tiefen Schluchten (span.: barrancos) von Lanzarote. Dennoch hat doch jede kanarische Insel ihr eigenes Gesicht:

Gran Canaria

Kaum Regen und endlos lange Sandstrände. Klar, dass angesichts solch traumhafter Lebensbedingungen die Touristenströme nicht ausbleiben. Dazu gehören selbstverständlich Hotelkomplexe, Bars und Diskotheken.

Wer sich an der Gesellschaft von Partytouristen und Pauschalurlaubern nicht stört, ist z.B. am Playa del Ingles oder in Maspalomas genau richtig. Hier treffen sich auch zahlreiche Surfer. Es sei denn, es verschlägt sie zum Strand von Las Monjas, wo die Wellen bis zu fünf Meter hoch werden können.

Aber auch reine Naturliebhaber kommen auf beliebten Urlaubsinsel auf ihre Kosten. Reicht doch das landschaftliche Spektrum von ausgedehnten Dünenlandschaften über Kierfernwälder bis zu 200 Meter hohen Gebirgszügen.

Sehenswert sind vor allem die Barrancos – schroffe Felsformationen, in deren Höhlen heute noch Menschen wohnen. Hier wurden auch zahlreiche Relikte der kanarischen Ureinwohner (Guanchen) gefunden. Mumien, Kunst und Alltagsgegenstände, dokumentiert unter anderem im Höhlenmuseum von Guayadeque (nahe Agüimes).

Teneriffa

Mehr als 2.000 Quadratkilometer groß ist Teneriffa. Damit ist sie nicht die größte der kanarischen Inseln, sondern so etwas wie in Kontinent in sich: Von weiten Wüstenarealen (den Cañadas) über die verschwenderisch blühenden Goldmohnwiesen (Cumbre Dorsal) von Arafo bis zu den Kiefern und Lorbeeren des Mercedeswaldes.

Hinzu kommt natürlich der Teide, ein erloschener Vulkan. Mit 3718 Metern ist er der höchste Berg Spaniens. Das heißt: Im Winter fällt oberhalb von 2.000 Meter sogar Schnee (häufig zur Verwunderung vieler sonnenverwöhnter Spanier).

Das eröffnet natürlich nur eine Menge Möglichkeiten, den Urlaub zu planen. Pauschaltouristen und Familien kommen hier also ebenso auf ihre Kosten wie Aktiv-Urlauber und Ruhe-Suchende. Dabei gibt es dank unterschiedlicher Klimazonen auf Teneriffa für fast alle wetterabhängigen Pläne auch immer (mindestens) eine Alternative.

Lanzarote

Mit nur 140 Kilometern Entfernung zum afrikanischen Kontinent liegt Lanzarote in Sichtweite zu Marokko. Ihren Beinamen “Isla del Fuego” (dt.: “Feuerinsel”) hat sie nicht zuletzt deshalb, weil Besucher den vulkanischen Ursprung hier besonders deutlich erkennen können:

Rund 300 Vulkane formen die viertgrößte Insel der Kanaren. Der größte Ausbruch passierte im Jahr 1730. Er dauerte sechs Jahre und begrub ein Viertel der Insel unter sich. Noch heute dampft es auf Lanzarote aus einigen Rissen im Boden. Wegen der massiven Verbreitung von Lava-Gestein gibt es hier nur wenige Strände, die dafür in den unterschiedlichsten Farben: von tiefschwarz über dunkelgrau und rostrot bis zu klar weiß.

Auch, wenn es auf der Insel nicht so üppig blüht wie auf den Nachbarinseln: Lanzarote hat ihren Reiz, nicht zuletzt wegen der sichtbaren Landschaftsbilder des Architekten César Manrique: Straßen, Häuser, aber auch zum Beispiel den Lavatunnel Jameos del Agua, in die Manrique eine Steintreppe hauen ließ.

Hier befindet sich nicht nur eine einzigartige Salzwasserlagune, sondern auch ein unterirdischer Konzertsaal mit Platz für rund 600 Zuschauer. Darüber hinaus sorgte der Bildhauer dafür, dass der Massentourismus, der auf den Kanaren ab 1960 einsetzte, Lanzarote weitgehend verschonte.

El Hierro

El Hierro heißt die kleinste Insel im kanarischen Archipel. Die Hälfte der insgesamt 278 Quadratkilometer steht unter Naturschutz. Folglich treffen Besucher der Insel dort auf eine abwechslungsreise Landschaft zwischen schroffen Felsformationen sowie Wein- und Gemüsegärten und Wälder aus Pinien- und Kiefern.

Nur überfüllte Touristenzentren oder Freizeitparks, wie auf Gran Canaria oder Teneriffa, werden sie hier vergeblich suchen. Auf der ganzen Insel gibt es zwar nur eine einzige Ampel, aber davon abgesehen eine gut ausgebaute Infrastruktur. Daher ist es mühelos möglich, die Insel zu erkunden – sei es mit einem Mietwagen, per Rad oder auf Schusters Rappen.

Tatsächlich ist Aktiv-Urlaub das wohl am meisten verbreitete Motiv, nach El Hierro zu kommen: Für Wanderer und Radtouristen gibt es hier jede Menge zu entdecken: Schwarze Lavawüste, satt grüne Hochebenen und den “Arbo Santo”, den heiligen Baum der Ur-Einwohner von El Hierro.

Aber auch Schnorchler und Taucher wissen die Vorzüge des Mar de las Calmas zu schätzen. Nicht umsonst einer der schönsten Gründe zum Abtauchen in Europa. Dazu wohnt man auf El Hierro vornehmlich in Ferienwohnungen, in Fincas oder dem mit vier Zimmern zweitkleinsten Hotel der Welt.

Fuerteventura

Es gibt Orte auf der Welt, an die man nach dem ersten Besuch immer wieder zurückkehrt – oder ganz sicher nie wieder. Fuerteventura ist einer von diesen Orten. Denn, obwohl sie die zweitgrößte Insel im Archipel ist, ist sie mit 63 Menschen auf einem Quadratkilometer nur äußerst dünn besiedelt.

Das bedeutet: Das meiste Leben spielt sich in und um die Hauptstadt Puerto del Rosario ab bzw. die Touristenhochburgen. In Anbetracht von nur rund vier Stunden Flugtransfer sind Pauschalferien auf Fuerteventura bei vielen deutschen Familien überaus beliebt.

Sie kommen unter anderem in Coralejo, Jandía Playa, Costa Calma oder Caleta de Fuste (auch: “El Castillo”) unter. Jenseits davon ist die Insel jedoch karg, aber nicht weniger reizvoll. Spaß und Erholung bieten nämlich nicht nur Hotelanlagen oder Freizeit- und Tierparks:

Wer die Strapazen von längeren Geländepisten nicht scheut, entdeckt auf Fuerteventura noch nahezu unberührte Strände von einigen Kilometern Länge.  Wegen der starken Brandung wird vom Schwimmen an den meisten Plätzen abgeraten. Spaziergänger und Ruhesuchende werden jedoch mit einem atemberaubenden Atlantik-Panorama belohnt.

Trotzdem zieht es jährlich Tausende Sportler gerade hierher, um sich nass zu machen. Wenig Regen, 3600 Sonnenstunden pro Jahr und vor allem die namensgebenden “starken Winde” machen Fuerteventura zum “Europäischen Hawaii”, zum Mekka für Anhänger der Windsurfing-Sports. Während Anfänger sich vornehmlich an der Ostküste (Caleta de Fuste, Playa Barca, Costa Calma) aufs Brett wagen, trotzen Fortgeschrittene Wind und Wellen im Süden und im Norden (Corralejo) von Fuerteventura. Die Westküste empfiehlt sich dagegen nur für absolut Top-Trainiger Surfer. In den Wintermonaten türmen sich die Wellen nicht selten bis zu acht Metern auf.

Beschaulicher geht es zu, wenn Sie mit einem Mietwagen oder dem Trekkingrad die Insel erkunden: Passieren Sie die vulkanische Halbwüste, entdecken Sie die zahlreichen Leuchttürme auf der Insel, informieren Sie sich in der Höhle von Lajares über die Geschichte von Fuerteventura oder nehmen Sie an einem der farbenfrohen Feste zu Ehren der kanarischen Schutzheiligen teil.

La Gomera

In den 1960er Jahren war La Gomera die Aussteiger-Insel schlechthin. Heute schalten hier vor allem gut situierte Europäer om Großstadt-Stress ab. In der Umgebung Lorbeerwäldern und Bananenplantagen dürften ihnen das auch nicht besonders schwer fallen.

Für einen dauerhaften Aufenthalt ist das Eiland jedoch weniger geeignet: Abgesehen von der Tourismusbranche gibt es hier nicht viele Arbeitsplätze, und selbst die sind häufig auch noch schlecht bezahlt.

Im Gegensatz zu den teilweise überfüllen Urlaubsinseln hat La Gomera noch viel von seinem ursprünglichen Charme erhalten. Das heißt: In den tourismusstarken Arealen gibt es erwartungsgemäß Ladenpassagen und Boutiquen mit Waren für den täglichen Bedarf und typisch kanarische Mitbringsel (Kunsthandwerk, Wein). Große Shopping-Center sucht man auf La Gomera aber vergeblich.

Wer jedoch für einige Tage oder Wochen “aussteigen” möchte, für den lohnt sich La Gomera auf jeden Fall. Besonders Individualtouristen schätzen die Heimat von “El Silbo”, der weltweit einzigartigen Pfeifsprache der Ur-Insulaner.

Klimatisch unterteilt sich La Gomera in zwei Hälften: Den üppig blühenden Norden (mit Palmen, Wacholder, kanarischen Lorbeeren und Erdbeerbäumen) und den kargen Süden, wo sich lediglich klimaresistente Gewächse halten können. Diese faszinierenden Gegensätze machen La Gomera für Rucksacktouren zu Fuß reizvoll, z.B. hinauf zum Alto de Garajonay oder zum imposanten Tafelberg Fortaleza.

Dieser landschaftliche Gegensatz macht La Gomera zu der Wanderinsel schlechthin. Natürliche Strände gibt es zwar auch hier, allerdings sind wegen der Brandungen nur die wenigsten davon zum Baden geeignet. Zum unbeschwerten Schwimmen relativ unbedenklich sind die Strände in den Touristenzentren von

  • Playa de Ávalo
  • Playa de Alojera
  • Playa de la Caleta,
  • Playa del Inglés,
  • Playa de Santiago und
  • Playas de Valle Gran Rey,

Wie gefährlich das Baden an der jeweiligen Stelle tatsächlich ist, weisen rote, gelbe oder grüne Fahnen vor Ort aus. Als Alternative bietet sich eine Bootstour zu Los Organos an, einer bizarren Felsformation aus Basaltröhren. Auf dem offenen Meer zwischen La Gomera und Teneriffa lassen sich auch gut Wale und Delphine beobachten.

La Palma

Ähnlich sieht es auf La Palma aus. Die “Isla Verde” -wie sie von den Canarios genannt wird- ist keine Insel für Party- und Pauschaltouristen. Doch im Gegensatz zu ihren von Dürre und Versandung bedrohten Nachbar-Inseln ist La Palma verhältnismäßig regenreich.

Das bedeutet: Auf La Palma blüht es so üppig wie auf keiner anderen der kanarischen Inseln (daher auch der Beiname “grüne Insel”). Die meisten Touristen auf La Palma suchen entweder das Naturerlebnis (z.B. beim Wandern, Segeln, Tauchen oder Hochseefischen) oder einfach Ruhe und Entspannung.

Wer es sportlich mag, steigt aufs Surfbrett, mietet sich ein Segelboot oder erkundet La Palma mit dem Trekkingrad. Im Süden der Insel werden auch geführte Touren per Kamel angeboten. Anleitung und Führung ist auch geboten, wenn Sie die Vulkanhöhlen erkunden wollen. Beliebte Höhlentouren führen u.a. zur

  • Cueva de Todoque: entstanden 1949; ca. 2 km Röhre mit Moosen und Flechten
  • Cueva Benisahare: altes Höhlenlabyrinth, anspruchsvoller Einstieg
  • Cueva de Perdido: 1,2 km; zwei Seiten offen, wichtig: Erfahrung und Ausrüstung
  • Cueva Salto de Tigalate: zwei Röhren (je ca. 1 km), ideal für Fotografen

Baden im Atlantik ist zwar auch während des Urlaubs auf La Palma möglich, allerdings nicht unbedingt ratsam: Die Küste ist steinig, außerdem gibt es häufig Unterströmungen. Wer ungefährlichen Badespaß will, bleibt auf Teneriffa oder im Hotelpool.

Oder er geht an La Palmas Nordküste ins Wasser. Dort gibt es geschützte Badestellen und Meerwasserbecken, z.B. den Charco Azul (dt. “blauer Teich”) oder das Piscina de Fajana. Wegen des Lavagrundes sonnen sich Strandurlauber von Nogales, Puerto und am Playa Grande auf schwarzem Sand. Hier gibt es auch Gastronomie und Einrichtungen für Familien.

Kanaren Pauschalreisen Angebote

Weiterführende Links

Kanaren Virtuell – Reise-Infos und Sehenswürdigkeiten auf den Kanaren
Gequo Travel – Anschauliches Online-Portal zum Urlaub auf den kanarischen Inseln
Insel La Gomera – Private Gomera-Seite mit umfassenden Infos und großer Linksammlung