Türkei – Zwischen Orient und Okzident

Eine Reise buchen – zwei Kontinente besuchen. Das geht meistens nur, wenn Sie besonders großzügig in die Urlaubskasse greifen. Oder Sie fliegen in die Türkei. Der Bosporus ist die Grenze zwischen Europa und Asien. Und die türkische Metropole Istanbul erstreckt sich über beide Seiten der Meerenge.

Nicht einmal drei Flugstunden trennen Deutschland und die Türkei. Kein Wunder also, dass das Land neben Spanien zu den beliebtesten Urlaubszielen der Deutschen gehört.

Türkische Riviera

Vor allem die Türkische Riviera konnte 2010 erstmals mehr deutsche Pauschal-Urlauber verbuchen als Mallorca. Was sie dorthin zieht, ist klar: Sonne, Strand und Meer auf über 600 Kilometern Strecke (entspricht in etwa der Luftlinie Hamburg – München).

Bodrum

Bodrum gilt als das “türkische Saint Tropez”: Eine Party-Hochburg für die junge Generation, mit Kneipen, Bars und Diskoteken, umrahmt von der idyllischen Mittelmeerkulisse. Da es hier kaum Sandstrand gibt, empfiehlt sich tagsüber ein Abstecher zum örtlichen Basar (mit dem wohl größten Angebot von Nobelmarken-Imitaten westlich des Himalayas).

Oder man besteigt kurzerhand eines der Badeboote, die Sonnenhungrige an angenehmere Liegeplätze befördern.

Und noch einen Tag später streicht das Boot mit dem Kiel über die versunkene Stadt Kekova, deren antike Straßen deutlich im Wasser zu erkennen sind.

Kekova

Das andere Standbei der türkischen Tourismus-Industrie ist natürlich die Kultur. Schließlich lassen sich während des Türkei-Urlaubs auch zahlreiche Zeugnissen vergangener und -im wahrsten Sinne- versunkener Epochen bestaunen.

So zum Beispiel die antike Stadt Apollonia , die als Folge eines Seebebens vor 1.800 Jahren im Meer verschwand. Eine Bootstour zur Insel Kekova gewährt dabei Blick auf die faszinierende Stadt-Relikte kurz unter der türkisblauen Wasseroberfläche.

Tauchen und Schwimmen ist wegen zahlreicher Plünderungen in der Vergangenheit leider nicht (mehr) erlaubt. Doch auch die umliegenden Landschaften laden zu Wanderungen (oder wenigstens Spaziergängen) ein. In der Region Kekova herrscht ein striktes Neubau-Verbot. Daher sind auch heute noch zahlreiche Überreste der einst dort ansässigen Lykier zu sehen.

Weitere Ziele für Antike-Fans sind zum Beispiel die Felsengräber von Pinara und Tlos sowie die Tempelruinen von Xanthos und des Letoons.

Kas

Wer dagegen im Urlaub Ruhe und Gelassenheit Kleinasiens sucht, findet sie in Kas (drei Autostunden südwestlich von Antalya gelegen). Die Fischerei ist zwar schon lang nicht mehr die Haupteinnahmequelle, doch der Massentourismus anderer Regionen hat auch noch keinen Einzug erhalten.

Stattdessen begegnen sich hier mediterrane Leichtigkeit und orientalische Exotik: Ein ursprüngliches Stadtzentrum unter Denkmalschutz, mit schmalen Gassen und Holzbalkonen an griechischen Häusern.

Gemütliche Gastronomie, hübsche Boutiquen, lykische Artefakte und malerische Badebuchten. Und: Wer einmal den Sonnenuntergang über den Stufen des antiken Theaters beobachtet hat, wird ihn so schnell nicht vergessen.

Antalya

Jedes Land hat seine unbestrittene Touristenhochburg: Festland-Spanien hat Lloret de Mar, Mallorca hat Palma – und die Türkei hat Antalya. Zur üppig blühenden Naturkulisse aus Obst-Hainen und Pinienwäldern gesellen sich hier All-Inclusive-Hotelanlagen mit mehr als 3000 Gästen, Sportplätze, Bars und und und.

In Vor-Orten wie Belek, Side, Kemer oder Lara tummeln sich Urlauber aus aller Herren Länder, sei es zum Tennis oder Golf spielen oder einfach zum Schaulaufen am Badestrand. Davon hat die Region um Antalya immerhin auch 12 Kilometer zu bieten.

Aber auch Kultur und Geschichte. Die zahlreichen Tempelanlagen, Gräber und antiken Palast-Ruinen machen die Türkei ohnehin zu einem einzigen Freiluft-Museum. Davon bleibt auch die Gegend um Antalya “verschont”.

Ärchäologie-Interessierte pilgern deswegen z.B. zum Hadrianstor (erbaut um 130 n.Chr.), zur römischen Fußgängerbrücke von Arapsu oder kurzerhand gleich in ärchäologische Museum – dem größten seiner Art in der Türkei, mit 5.00 Ausstellungsstücken (unter anderem die Statue des römischen Kaisers Hadrian), verteilt auf mehr als 7.000 Quadratmetern.

Kappadokien

Im Zentrum von Anatolien, dem asiatischen Teil der Türkei, liegt Kappadokien – die für Pferdezucht und Weinanbau emporstrebende Wirtschafts- und Tourismus-Region im ansonsten ländlich geprägten Landstrich.

Landschaftliches Kennzeichen dieser Gegend sind zweifelsohne die Wohnhöhlen, die bereits im dritten Jahrhundert in den weichen, vulkanischen Tuffsteingrund gegraben worden sind. Aber auch die bizarren Felsformationen bei Göreme (dem “Tal der Liebe”) und frühchristlichen Kirchen (6. Jhd.) ziehen regelmäßig Touristen in ihren Bann.

Istanbul

Wenn es um Städtereisen in die Türkei geht, dann eignet sich dafür wohl kaum eine Metropole so sehr wie Istanbul. Schließlich liegt sie als einzige Großstadt der Welt auf zwei Kontinenten: Europa im Westen und Asien im Osten.

Dementsprechend bunt geht es dort zu. Und das schon seit Jahrtausenden: Siedelten, stritten und handelten hier doch bereits Perser und Spartaner, Athener und Römer, Osmanen und Christen, iberische Juden und Armenier.

Bevor Istanbul die multikulturelle Metropole der Türken werden konnte, die es heute ist, hieß es Byzanz, Konstantinopel oder simpel “die Stadt” (griech.: Polis). Und so finden sich bis heute dort Spuren der Vergangenheit: Von der Hagia Sophia Moschee (ursprünglich eine christliche Kirche) bis zum berühmten Topkapi-Palast, wo die osmanischen Sultane residierten.

Einer von ihnen, Sultan Mehmet II., gründete den bis heute viel frequentierten “Großen Basar”, um die Wirtschaft Konstantinopels anzukurbeln. Zu modernem Glanz aber kam Istanbul vor allem mit der Industrialisierung. Als “Paris des Ostens” entstanden dort zunehmend Künstlerviertel und Kaffeehäuser wie im boomenden Europa.

Dieses kosmopolitische Flair hat sich bis heute in Istanbul gehalten. Und so wohnen dort heute mehr als 12 Millionen Menschen (soviel wie in Berlin, Hamburg, München, Frankfurt und Köln zusammen). An die Megacitys der Welt erinnert auch Beyoğlu.

Im Norden der Stadt, trifft sich die junge, weltoffene Generation Istanbuls in Shopping-Centern, Cafés und Restaurants und Shops, oder macht kurzerhand in den Bars und Clubs die Nacht zum Tag. Auch das sind Erlebnisse, die auf keiner Türkei-Reise fehlen sollten.

Türkei Pauschalreisen Angebote

Weiterführende Links

Reiselinks – Linksammlung rund um die Türkei
Öger Tours – der bekannteste Veranstalter für Türkei-Reisen
Planet Wissen – WDR-Magazin mit Wissenswertem zur Türkei

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