Barrieremethoden zur Verhütung

Nicht alle Frauen vertragen Präparate auf Hormonbasis gleich gut. Deswegen bevorzugen die meisten sogenannte “Barrieremethoden” zur Verhütung. Darunter versteht man Mittel, die erst erst gar keinen Kontakt von Spermien und Eizellen zulassen. Die wohl bekannteste Barrieremethode ist das Kondom.

Vor allem ist es das einzige Verhütungsmittel, das sowohl Schwangerschaften als auch Geschlechtskrankheiten verhindert. Die Handhabung ist zuweilen etwas umständlich.

Kondome

Vor allem am Anfang. Doch mit etwas Übung wird es schließlich immer einfacher. Und je nachdem, wie man /frau das Überstreifen inszeniert, ist auch das lusttötende Intermezzo kein Thema mehr. Darüber hinaus produzieren einige Hersteller schon Sondergrößen (von XS bis XXL), sodass ein “passt nicht” als Ausrede auch nicht mehr zählt.

Femidom

Das weibliche Gegenstück zum herkömmlichen Präservativ ist das “Femidom”. Und ebenso schützt es doppelt, sprich: sowohl gegen Schwangerschaften als auch gegen Geschlechtskrankheiten (Tripper, Herpatitis, Syphilis, AIDS, Chlamydien, Papillomviren).

Dabei handelt es sich um einen weichen Schlauch aus Latex oder Polyurethan, der die Spermien am Eindringen hindert. Er ist beim Tragen faktisch nicht spürbar und kann bis zu acht Stunden vor und nach dem Sex getragen werden.

Spontaneität und Schutz – dafür rangiert das Femidom beim Pearl-Index im oberen Drittel (5 bis 21), abhängig von der richtigen Anwendung. Eine Empfehlung besonders für Frauen, die sich nicht allein darauf verlassen wollen, dass Männer Kondome benutzen.

Diaphragma

Ähnlich wie ein Kondom funktioniert auch das Diaphragma. Dabei handelt es sich um eine elastische Membran aus Silikon oder Latex. Idealerweise sitzt das Diaphragma direkt vor dem Gebärmuttereingang, wo es verhindert, dass Spermien in den Uterus eindringen.

Voraussetzung dazu ist ein Termin mit dem Frauenarzt. Er kann die notwendige Größe des Diaphragmas bestimmen. Erhältlich ist es anschließend in jeder Apotheke.

Anwendung: Das Diaphragma (auch: “Scheidenpessar”) wird zwei Stunden bis zehn Minuten vor dem Sex von der Frau (oder ihrem Partner) selbst eingesetzt, am besten im Liegen oder Hocken. Dort bleibt es zwischen sechs und 24 Stunden danach.

Um die samentötende Wirkung zu erhöhen empfehlen Frauenärzte, beide Seiten des Diaphragmas mit spermizider Creme zu bestreichen. Davon hängt auch der Pearl-Index ab (1 bis 20). Ein Diaphragma hält bis zu drei Jahre lang.

Kupferspirale (Intrauterinpessar)

Seit etwas mehr als 100 Jahren gibt es eine die Kupferspirale. Ebenso wie die Hormonvariante bietet sie einen langfristigen Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft (ca. drei bis fünf Jahre). Einmal vom Gynäkologen eingesetzt, gibt sie in der Gebärmutter Kupfer-Ionen ab.

Dadurch werden die Spermien gelähmt, darüber hinaus stört das Metall die Gebärmutter beim Aufbau von Schleimhaut. Sollte es also doch einmal zu einer Befruchtung kommen, kann sich die Eizelle nicht weiterentwickeln.

Dafür erhält frau auch ein recht zuverlässigen Schutz gegen Schwangerschaft (Pearl-Index: 0,9 – 3) – je nachdem, wieviel Kupfer sie enthält und wie gut sie passt. Sollten Sie sich allerdings dafür entscheiden, Kinder bekommen zu wollen, können Sie die Kupferspirale problemlos wieder entfernen lassen.

Sie greift nicht in den Hormonhaushalt ein. Somit können Sie auch unmittelbar nach dem Entfernen schwanger werden.

Kupferkette

Ebenfalls aus Kupfer ist die Gynefix. Anders als die T-förmige Spirale handelt es sich dabei um eine Kette, die vom Frauenarzt an die Gebärmutter angepasst wird. Sie ermöglicht einen natürlichen Verlauf der Menstruation, greift nicht in den Hormonhaushalt ein, erhält aber die Fruchtbarkeit der Frau.

Sie ist recht klein, deshalb eignet sie sich besonders für junge Frauen vor der ersten Schwangerschaft. Die Gynefix kann allerdings nicht jeder Gynäkologe einsetzen. Dazu bedarf einer speziellen Fortbildung. Liste mit qualifizierten Ärzten finden sich im Internet.

Die Kosten (100 bis 300 Euro) sind üblicherweise von der Patientin zu tragen. Dafür müssen Sie sich aber die kommenden drei bis fünf Jahre nicht mehr um Verhütungsfragen kümmern.

Weiterführende Links

Onmeda – Ratgeberportal zu Gesundheit und Wellness
Gynefix – Infos zur Kupferkette (Anwendung, Kosten, Adressen)

Anne Klein