Masterarbeit schreiben: Was vor der Abgabe zu beachten ist

Bevor die Masterarbeit fertiggestellt ist und abgegeben werden kann, gibt es noch einige letzte Schritte. Es sollte unbedingt überprüft werden, ob alle Vorgaben der Universität oder Hochschule erfüllt wurden. Dies gilt sowohl für die Formatierung als auch für den Sprachstil und formale Vorgaben.

Auch der vorgegebene Zitierstil sollte konsequent eingehalten werden, sowohl bei den Verweisen im Text als auch im Literaturverzeichnis.

Zum Schluss sollte die Masterarbeit noch einmal gründlich Korrektur gelesen werden, um Fehler und Unstimmigkeiten aufzudecken und zu beheben.

Formalitäten

Bei einer Masterarbeit gibt es stets etliche Formalitäten zu beachten. Zunächst muss ein Deckblatt erstellt werden, auf dem alle wichtigen Angaben zum Verfasser, zu den Prüfern, dem Lehrstuhl und der Hochschule gemacht werden.

Zudem darf eine Eigenständigkeitserklärung nicht fehlen. Damit wird versichert, dass die Abschlussarbeit ohne fremde Hilfe verfasst wurde.

Wenn die Masterarbeit Abbildungen, Tabellen oder Abkürzungen enthält, müssen entsprechende Verzeichnisse erstellt werden.

Oft gibt es im Leitfaden auch eine Begrenzung, wie viele Seiten in der Masterarbeit enthalten sein dürfen oder enthalten sein müssen. Dort kann auch erwähnt werden, ob eine Danksagung erwünscht ist und ob ein Abstract in zwei Sprachen verfasst werden muss. Diese Bestimmungen sind von Hochschule zu Hochschule unterschiedlich und sollten daher immer individuell geprüft werden.

Vorgaben zu Stil und Layout

Vom jeweiligen Lehrstuhl gibt es fast immer Vorgaben zum Sprachstil und der Formatierung der Masterarbeit. Gibt es solche Vorgaben nicht, sollte man sich am gängigen Stil im jeweiligen Fachbereich orientieren.

Stil

Oft wird vorgegeben, ob in der Masterarbeit Personalpronomen wie ‚ich‘ oder ‚wir‘ verwendet werden dürfen. Auch die Zeitform kann nicht immer frei gewählt werden. So kann festgelegt werden, die ganze Masterarbeit im Präsens zu verfassen. Ebenso gibt es von vielen Hochschulen Vorgaben zum Gendern.

Layout

Meistens gibt es Vorgaben zum Zeilenabstand und zur Randbreite. Manchmal werden sogar die Schriftart und Schriftgröße vorgegeben. Zusätzlich gibt es an einigen Lehrstühlen Bestimmungen dazu, ob Wörter durch Fettdruck, Kursivschrift oder Anführungszeichen hervorgehoben werden sollen und ob neue Absätze eingerückt werden sollen.

Von einigen Hochschulen wird auch ein bestimmter Layout-Stil vorgegeben, wie beispielsweise APA. Dann gibt es zusätzliche Vorschriften, wie der Titel der Arbeit auf jeder Seite angegeben werden muss, wie die Seiten nummeriert werden und in welchem Fall Wörter kursiv geschrieben werden müssen.

Je nach Komplexität des Layout-Leitfadens kann die Bearbeitung der Formatierung einen ganzen Tag in Anspruch nehmen und sollte daher in der Zeitplanung nicht unterschätzt werden.

Quellenangaben

Vor der Abgabe der Masterarbeit sollte auch sichergestellt sein, dass fremde Gedanken immer mit einer Quellenangabe versehen wurden, sowohl im Fließtext als auch im Literaturverzeichnis. Andernfalls besteht die Gefahr, eines Plagiats beschuldigt zu werden.

Die Quellenangaben sollten dabei gemäß der vorgegebenen Zitierweise erfolgen. Wenn es keine klaren Vorgaben gibt, sollte man sich am Standard in der verwendeten Literatur orientieren.

Zur Überprüfung sollte abgeglichen werden, ob alle Quellenangaben im Text eine Entsprechung im Literaturverzeichnis haben.

Korrekturlesen

Bevor die Masterarbeit bereit für die Abgabe ist, sollte sie von mindestens einer anderen Person Korrektur gelesen werden. Dabei fallen oft noch viele Fehler und Ungereimtheiten auf, die der Verfasser selbst nicht bemerkt hat.

Es bietet sich an, sich an jemanden mit viel Sprachkenntnis zu wenden, um die Masterarbeit auf Rechtschreib- und Grammatikfehler zu kontrollieren. Sollte sich niemand im Bekanntenkreis finde lassen, der ausreichendes Sprachwissen und die nötige Zeit hat, kann auch auf ein professionelles Lektorat Masterarbeit zurückgegriffen werden.

Wichtig ist, dass nicht nur die Rechtschreibung korrigiert wird, sondern auch auf den roten Faden und die allgemeine Verständlichkeit der Arbeit geachtet wird.

Sprache & Ausdruck

Beim Korrekturlesen sollte nicht nur auf Rechtschreibfehler und die Grammatik geachtet werden, sondern auch auf die Einhaltung des wissenschaftlichen Stils. Der zeichnet sich durch Klarheit und Präzision aus. Lange Schachtelsätze und Übertreibungen sollten in einer Masterarbeit also nicht zu finden sein.

Gerade wenn die Masterarbeit in einer Fremdsprache verfasst wurde, sollte sie unbedingt von einem Muttersprachler Korrektur gelesen werden. Beim Schreiben in einer anderen Sprache macht man oft viele vermeidbare Fehler, die den Lesefluss und die Verständlichkeit der Arbeit beeinträchtigen.

Roter Faden & Verständlichkeit

Zusätzlich zur Sprache sollte beim Korrekturlesen auch auf den roten Faden und die allgemeine Verständlichkeit der Masterarbeit geachtet werden.

Es sollte deutlich sein, was die Forschungsfrage ist und wie sie beantwortet wurde. Die Struktur sollte logisch sein und den Konventionen des Fachbereichs folgen. Gedankengänge sollten immer nachvollziehbar sein.

Um dies sicherzustellen, kann es sogar hilfreich sein, eine fachfremde Person zum Korrekturlesen heranzuziehen. So werden Schwachstellen bei der Verständlichkeit noch eher aufgedeckt, als wenn jemand mit viel Vorwissen die Korrektur übernimmt.

Zeit einplanen für die letzten Schritte

Vor der Abgabe der Masterarbeit sollte für die letzte Korrektur ausreichend Zeit eingeplant werden. Das Durchgehen aller formalen Vorgaben und die sprachliche Korrektur können mehrere Tage in Anspruch nehmen.

Auch die Abgabe selbst sollte im Zeitplan berücksichtigt werden. Erfolgt die Abgabe per Post, gilt normalerweise der Poststempel als Tag der Einreichung. Dafür sollte jedoch mindestens ein zusätzlicher Werktag eingerechnet werden.

Bei der Abgabe in Person sollten die Öffnungszeiten des Prüfungsamts berücksichtigt werden. Dies gilt selbst dann, wenn die Abgabe in einem dafür vorgesehenen Briefkasten erfolgt, denn Prüfungsämter sind vor allem in der vorlesungsfreien Zeit oft nur an bestimmten Tagen geöffnet und können den Erhalt der Arbeit nur an diesen Tagen bestätigen.