Wissen organisieren mit Mind Mapping

Ist Ihnen das auch schon passiert? Mitten im Vortrag zur “Botanik der Pilze” denken sie an gebratene Champignons und an das Mittagessen in der Mensa, an den Einkauf fürs Wochende und … Keine Sorge: Alles ganz normal. Gedanken springen eben. Eine Lerntechnik, die sich diese Kapriolen zu Nutze macht, ist das Mind Mapping.

Das Gehirn ist ein Informations-Netzwerk. Ständig verknüpft es Gedankenimpulse, fügt neue hinzu und blendet andere aus: Vor aktuellen Entscheidungen greifen wir auf Erfahrungen zurück, verbinden ein bestimmtes Gefühl mit Erlebtem usw.

Was ist Mind-Mapping?

Das macht das stringente Lernen anhand von Texten, Listen und Spiegelstrichen zuweilen schwierig. Besser, man breitet  diese Verknüpfungen gleich in einem Schema vor sich aus.

Dachte sich auch Tony Buzan. Der britische Mentaltrainer gilt u.a. als “Erfinder” der Mind-Maps (dt. etwa “Gedanken-Landkarte”). Dabei handelt es sich um eine bildhafte Darstellungen (“Visualisierung”) eines zentralen Thema bzw. den verbunden Begriffen.

Mind-Maps kommen der “realen” Denkstruktur des Menschen entgegen. Damit sollen Inhalte besser gelernt und erinnert werden können. Mind Mapping eröffnet viele Einsatzgebiete, z.B.:

  1. Referate und Vorträge: Schon in der Vorbereitung lassen sich Unterthemen klar voneinander abgrenzen, es lassen sich aber auch logische Beziehungen anschaulich darstellen. Mind Maps ersetzen den klassischen Stichwort-Zettel.
  2. Präsentationen und Gruppen-Meetings: Alle wesentlichen Inhalte werden vor dem Plenum ausgebreitet. Anschließende Diskussionen orientieren sich zwangsläufig an den den Themen Ihre Mind Map.
  3. Vorlesungen und Seminare: Erstellen Sie eine Ihre Mind Map, um bereits gehörte Inhalte aufzuarbeiten
  4. Klausuren und Prüfungen: Strukturieren Sie das dafür benötige Wissen. Bei der Wiederholung dienen “Vergleichs-Maps” der Wissenskontrolle.

Wie geht Mind-Mapping?

Typischerweise stellt sich eine Mind Map als Ast-Struktur dar, in der Begriffe von einem Zentrum ausgehen, durch Linien und Farben miteinander verbunden sind – ähnlich einer Baumkrone, die man im Winter von oben betrachtet. Das funktioniert folgendermaßen:

  • Legen Sie ein Blatt Papier quer vor sich (mind. DIN A 4, besser: DIN A 3).
  • In die Mitte zeichnen Sie nun ein Bild, eine Skizze oder wenigstens ein Feld, das den zentralen Begriff enthält (Bsp.: “Frankreich”. Bild: Tricolore)
  • Was verbinden Sie direkt mit diesem zentralen Begriff? Zeichnen Sie eine Linie für jedes Thema, das Ihnen dazu einfällt und beschriften Sie jede Linie (z.B. “Land”, “Essen”, “Menschen”, “Mode”, “Kunst”)
  • Gehen Sie nun eine Ebene “tiefer”: Was fällt Ihnen spontan zu den neuen Kategorien ein? (Bsp. “Land” → “Paris”, “Marseille”, “Bordeaux”, “Lyon” / Bsp.: “Menschen” → “De Gaulle” “Sarkozy”, “Depardieu”)
  • Von diesen Unterthemen ergeben sich  immer neue Verzweigungen, je nachdem, was und wieviel Sie sich dazu vorstellen können.

Mind Mapping: Grundsätze

Das wichtigste Prinzip beim Mind Mapping: Bewerten Sie nichts, sondern bringen Sie alles zu Papier. Das gilt sowohl für Ihre Gedanken als auch die “richtige” Position innerhalb ihres Schemas und die Art der Darstellung. Jede Bewertung hemmt nur den freien Fluss der Gedanken. Sollte es nötig sein, können Sie in neuen Mind-Maps immer noch Änderungen vornehmen.

  • Bilder sind prinzipiell besser zu merken sind als Buchstaben. Daher dürfen (und sollten) Sie beim Mind-Mapping kreativ werden. Alles, was Ihnen einfällt, ist erlaubt: Skizzen, geometrische Figuren, Satzzeichen usw.
  • Setzen Sie Farben ein, um z.B. miteinander verbundene Wörter inhaltlich miteinander zu verknüpfen.
  • Verwenden Sie Druckschrift. Damit lassen sich die Begriffe besser lesen und einprägen.

Vorteile des Mind Mappings

  • Mind-Mapping ist individuell, denn es offenbart Ihre persönliche Art zu denken.
  • Das zentrale Thema wird schnell erfasst.
  • Die einzelnen Zweige ordnen Ihre Gedanken und Ideen nach Relevanz
  • Die Anzahl der Verzweigungen zeigt Ihnen, welche Gedankengänge bislang noch “unterentwickelt” sind.
  • Gedankenlandkarten sind dynamisch: Sie lassen sich durch neues Wissen erweitern.
  • Mind Mapping spart Platz und Zeit.

Nachteile des Mind Mappings

  • Mind Mapping ist gewöhnungsbedürftig (, aber erlernbar).
  • Mind Maps sind von Außenstehenden häufig zu schwierig nachzuvollziehen. Bei mehreren Nutzern erfordern Mind Maps eine gemeinsame Vorgehensweise.

Weiterführend Links

Das Mind Map Buch – Das Grundlagenwerk von Tony Buzan
Markus Zmija
– Viele Tipps rund um das Mind Mapping: Einführung, Literatur, Software
Mindmap
– Deutsche Mindmap-Domain: Beschreibungen, Beispiele, Seminare
Mindmeister – Online Mapping-Tool, auch für mobile Anwendungen
Mind42.com – Online Mindmaps, kostenlose Testversion mit Speichermöglichkeit

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