Richtig zitieren in wissenschaftlichen Arbeiten

Vom Kurz-Referat im ersten Semester bis zur jahrelang vorbereiteten Dissertation – Zu den hauptsächlichen Tätigkeiten von Studierenden und Dozenten an Uni und FH gehört das Schreiben. Um aber dem hochschulischen Anspruch zu genügen, unterliegt das wissenschaftliche Schreiben einer Reihe von Regeln.

Grundsätzlich bezieht sich der (angehende) Wissenschaftler auf bereits bestehende Forschungsergebnisse. Wichtig ist also herauszustellen, wer den zitierten Gedanken schon einmal formuliert oder wer ihm widersprochen hat.

Dozenten kennen üblicherweise die Quellen zu Ihrem Thema sehr gut. Daher ist es kaum sinnvoll, fremde Gedanken als die eigenen auszugeben.

Eine Frage der Übung

Dadurch werden die Aussagen einer Arbeit nachprüfbar und vergleichbar. Je nach wissenschaftlichem Anspruch fügen Sie eigene Erkenntnisse hinzu und belegen deren Notwendigkeit entsprechend. Das bedeutet:

Wissenschaftliches Schreiben besteht zum großen Teil aus Zitaten und Verweisen. Die Anforderungen an eine Seminararbeit sind erwartungsgemäß niedriger als die an eine Master-Thesis. Nichts desto weniger sollte korrektes Zitieren von Anfang geübt werden, denn formale Fehler wirken sich negativ auf Ihre Endnote aus.

Was ist ein Zitat?

Kurz gesagt: ein Zitat ist die Übernahme einer Passage aus einem anderen Text. Sobald Sie sich fremden Gedankenguts bedienen, müssen Sie es auch kennzeichnen. Die formellen Anforderungen können sich zwischen Fachbereichen unterscheiden.

In jedem Fall müssen Sie innerhalb der Arbeit einheitlich zitieren. Dadurch erleichtern Sie Ihren Lesern den Zugang zu Ihrer Arbeit.

Direkte  Zitate

Prinzipiell unterscheidet man zwischen direkten und indirekten Zitaten. Direkt zitieren bedeutet, Sie geben eine Textstelle nicht nur wortgenau, sondern buchstabengenau (!) wieder. Das gilt insbesondere für alte Quellen (bspw. mittelhochdeutsche oder frühneuhochdeutsche Autoren), aber auch für Beiträge, die vor der Rechtschreibreform von 1996 verfasst wurden. Genauso werden Rechtsschreibfehler grundsätzlich übernommen.

Üblicherweise werden direkte Zitate in doppelte Anführungsstriche gesetzt (“…”). Ein Sonderfall ist das “Zitat im Zitat”: Dabei beruft sich der zitierte Autor selbst auf eine ältere Quelle. Diese Stellen erscheinen dann in einfachen Anführungsstrichen (‘…’).

Indirekte Zitate

Bei indirekten Zitaten formulieren Sie die Aussage eines Autors nur sinngemäß, das heißt mit eigenen Worten. Daher werden hier auch keine Anführungsstriche verwendet. Dennoch besteht auch hier Kennzeichnungspflicht. Dies geschieht in der Regel durch die Formulierung “vgl.” (=vergleiche) in der Fußnote.

Ein Zitat von Format

Denken Sie schon beim Schreiben an Ihre Leser. Verwenden Sie möglichst prägnante Stellen beim Zitieren. Diese lassen sich in den Fließtext einbauen, der Lesefluss bleibt erhalten.

Lange Zitate

Manchmal lässt es sich allerdings nicht vermeiden, längere Sätze oder Formulierungen in die eigene Arbeit einzubauen. Damit Ihr Text übersichtlich bleibt, gehen Sie bei Passagen von mehr als drei Zeilen wie folgt vor:

  • Machen Sie einen neuen Absatz,
  • rücken Sie ihn ein (links ca. 1 cm) und
  • reduzieren Sie Schriftgröße (z.B. von 12p auf 10p) & Zeilenabstand (1-zeilig).

Hervorhebung

Grundsätzlich sollten Sie bei Direktzitaten den Originaltext wiedergeben, wie Sie ihn vorgefunden haben. Um aber Ihre Leser (besonders innerhalb längerer Zitate) auf Betonungen und bestimmte Argumente hinzuweisen, können Sie einzelne Wörter oder Satzteile hervorheben.

Unterstreichen Sie die entsprechende Stelle, wahlweise können Sie sie auch  g e s p e r r t  oder kursiv schreiben. Um wiederum der Kennzeichnungspflicht zu genügen, müssen Sie das in nachgestellten eckigen Klammern vermerken [Hervorhebungen durch den Verfasser]. Wenn sich auch im Original die Hervorhebung befindet, steht hier [Hervorhebungen im Original].

Auslassung

Selbstverständlich können Sie für Ihre Argumentation überflüssige Textteile auslassen. Die ausgelassenen Passagen ersetzen Sie in Ihrem Text durch eckige Klammern und drei Punkte […].

Die eckigen Klammern verwenden Sie übrigens auch, wenn Sie [dem Zitat] einzelne Wörter hinzufügen. Und zwar üblicherweise dann, wenn das Originalzitat allein nicht ausreicht, um im Text-Zusammenhang verstanden zu werden.

Amerikanisches oder deutsches Zitieren

Im Laufe der Zeit haben sich zwei Zitierweisen etabliert: “amerikanisch” und “deutsch”. Welche dieser beiden Arten zu zitieren benutzt wird, hängt unter anderem vom Fachbereich der Uni ab. bWährend beispielsweise deutsche Philologen auf das traditionell-deutsche Zitieren Wert legen, ist in “international” orientierten Studiengängen (wie Kommunikationswissenschaft oder BWL) vor allem die amerikanische Zitierweise verbreitet.

Deutsches Zitieren

“Deutsch” zitierte Arbeiten verwenden fortlaufend hoch gestellte Ziffern. Diese befinden sich entweder hinter dem Bezugswort oder (bei zitierten Sätzen) hinter dem letzten Satzzeichen. Damit verweisen diese Ziffern auf die Fußnote am Seitenende, wo der genaue Fundort benannt wird. Üblicherweise folgt diese Ziterweise dem Schema:

Name, Vorname: Vollständiger Titel, Erscheinungsort, Erscheinungsjahr, Seitenzahl.

Wenn im weiteren Verlauf der wissenschaftlichen Arbeit auf denselben Fundort verwiesen wird, steht anstelle einer erneuten ausführlichen Quelle-Angabe “Ders.”, gegebenenfalls mit geänderten Seitenzahl. Indirekte Zitate einer zuvor genannten Veröffentlichung werden mit “vgl. ders.” bezeichnet.

Amerikanisches Zitieren

Im Gegensatz dazu wird bei der amerikanischen (auch: Havard-) Zitierweise nur kurz auf die enstprechende Stelle hingewiesen: in Klammern und direkt nach dem Zitat.

(Name Jahr: Seite)

Die vollständige Angabe des Titels, des Bandes usw. erfolgt schließlich einmalig am Ende der Arbeit – in der Bibliographie.

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