Referenzschreiben – Mit Professorenlob ins Ausland

Sie möchten im Ausland studieren – in Großbritannien, den USA oder einem anderen englischsprachigen Land? Dann werden Sie um ein Referenzschreiben in den Unterlagen nicht herum kommen. Was Sie dabei beachten sollten, welche Formulierungen passender sind als andere (und mehr), das erfahren Sie hier.

Nicht nur im Berufsleben, sondern auch bereits während der Hochschulzeit werden schriftliche Empfehlungen von berufener Seite immer wichtiger. Das merken vor allem Studierende, wenn Sie einige Zeit an einer Uni im Ausland verbringen wollen.

Das gehört ins Empfehlungsschreiben

Besonders dort, wo von Amts wegen Englisch gesprochen wird (aber auch in Südeuropa) werden mittlerweile Referenzschreiben als Bestandteil der Bewerbung ausdrücklich verlangt. Dabei kommt es nicht nur auf die richtigen Argumente für Sie an.

Vor allem die Auswahl der Gewährsleute hat einen Einfluss darauf, ob ein Kandidat zugelassen wird oder nicht. Schreiben, anhand derer ersichtlich ist, dass sie aus Gefälligkeit verfasst wurden, schaden beispielsweise dem Bewerber mehr als dass sie ihm nützen.

Dazu zählen unter anderem Referenzen, die Bewerber in sozialen Netzwerken (z.B. XING) posten können. Weitere Tipps für das wirkungsvolle Empfehlungsschreiben haben wir hier aufgelistet:

Referenzgeber

Der Fürsprecher verbürgt sich persönlich dafür, dass Sie die von ihm attestierte persönlichen Quallitäten mitbringen. Daher verfasst er das Schreiben in der Ich-Form. Generell sollte Ihr Referenzgeber also jemand sein, der a) selbst als integer gilt, b) hierarchisch über Ihnen steht und c) Sie und Ihre Qualitäten kennt.

Im Hochschulbereich bietet sich dafür natürlich einer Ihrer Dozenten oder Professoren an, zum Beispiel Ihr Betreuer während der Examensarbeit. Später, beim Berufseinstieg können auch Praktikumsbetreuer, Ausbildungsleiter oder ehemalige Vorgesetzte eine Empfehlung schreiben.

Wer sich darüber hinaus in seiner Freizeit sozial engagiert, kann auch jemanden aus diesem Umfeld um eine schriftliche Referenz bitten.

Kenntnisse und Fähigkeiten

Persönliche Meinungen sind naturgemäß schlecht nachzuprüfen, daher sollte sich der Verfasser vor allem an Fakten halten. Das bedeutet: Nicht nur Charakter-Eigenschaften hervorheben, sondern vor allem fachliche Kenntnisse und Fähigkeiten.

Form und Stil

Natürlich geht es darum, Sie und Ihre Leistungen besonders möglichst gut zu “verkaufen”. Dennoch sollte das Schreiben insgesamt knapp gehalten sein.  Grundsätzlich: so lang wie nötig und kurz wie möglich (ca. eine Seite DIN A 4).

Da es auch bekanntlich zu viel des Guten gibt, gilt es, sparsam mit Superlativen zu sein.  Bloße Lobhudelei und leere Phrasen sind grundsätzlich zu vermeiden. Mehr als drei positive Eigenschaften in einem Schreiben machen ohnehin skeptisch.

Wortwahl

Jede verbale Äußerung birgt die Gefahr eines Missverständnisses. Je nach Situation und Leser können im Grunde genommen positive Bemerkungen auch negativ aufgefasst werden. Daher sollte der Schreiber auf seine Wortwahl achten.

Gänzlich vermeiden sollte Ihr Empfehlungsgeber zum Beispiel abschwächende Vokabeln. Dazu gehören z.B. nett, gut, ausreichend, ziemlich, mäßig, anständig oder zufriedenstellend. Passendere Ausdrücke zur Beschreibung von Personen sind zum Beispiel:

  • ehrlich,
  • deutlich,
  • effektiv,
  • anspruchsvoll,
  • intelligent,
  • aufmerksam,
  • aussagekräftig,
  • maßgeblich,
  • kreativ,
  • kooperativ,
  • verlässlich,
  • reif
  • usw.

Persönliche Merkmale, auf die sich  der Verfasser des Empfehlungschreiben beziehen kann, wären weiterhin:

  • Kommunikative Fähigkeiten
  • Intelligenz
  • Selbstbewusstsein
  • Selbstvertrauen
  • Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen
  • Intitiative
  • Führungsqualitäten
  • Vorstellungsvermögen
  • Zielstrebigkeit
  • Konfliktlösungskompetenz
  • Wettbewerbsfähigkeit
  • berufliche Eignung
  • Empathie

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