GMAT: der Aufnahmetest zum MBA-Studium

Wer einen MBA im Ausland erwirbt, kann stolz auf sich sein. Schließlich schafft nicht jeder den Zugang. Im Vorfeld finden allerdings rigide Prüfungen statt, um die geeigneten von den weniger geeigneten Bewerbern zu trennen – unter anderem der GMAT (Abkürzung für: “Graduate Management Admission Test”).

Doch der GMAT steht nicht nur Anwärtern auf einen MBA-Abschluss bevor. Ebenso müssen sich zum Beispiel Studierende darauf einstellen, die Master of Accountancy werden wollen.

Grundsätzliches zum GMAT

Mehr als 1500 Business Schools bzw. betriebswirtschaftliche Fakultäten, vor allem im englischsprachigen Ausland, wenden dieses Auswahverfahren an. Hohe Standards sollen dafür garantieren, dass das Bildungsniveau von Forschung und Lehre aufrechterhalten werden kann.

Der GMAT wird verwaltet vom Graduate Management Admission Council® . Die Organisation ist mit Testzentren auf der ganzen Welt vertreten. Hier absolvieren jährlich rund 100 000 Teilnehmer die Prüfung. An Orten, die noch nicht über ein gut ausgebautes Computernetzwerk verfügen, wird kurzfristig ein temporäres Testzentrum eingerichtet. Alternativ kann der Test auch in Papierform abgelegt werden.

Die meisten Universitäten geben keine Mindestpunktzahl an, die Sie beim GMAT erfüllen müssen, sondern veröffentlichen den Durchschnitt oder die beste Leistung des aktuellen Jahrgangs als Richtwert für die neuen Bewerber.

Bei den meisten Business Schools liegt dieser Standard zwischen Ende der 600er und Anfang der 700er-Skala. Bei einer Bewerbung an der Harvard University sollte man zum Beispiel 720 Punkte erreichen.

Kosten & Anmeldung

Momentan liegen die Kosten für eine Teilnahme am GMAT bei US$ 250 plus Mehrwertsteuer. In der Regel darf der GMAT nicht mehr als fünf Jahre Jahre her sein. Das heißt: Notfalls müssten Sie ihn noch einmal ablegen (und bezahlen).

Für eine Anmeldung müssen Sie sich zunächst einen Account auf mba.com zulegen. Um sicherzustellen, dass Sie auch persönlich (und nicht ihr Zwillingsbruder) zum Test erscheinen, wird vor dem GMAT eine Handvenen-Erkennung durchgeführt.

Zur Vorbereitung gibt es Literatur, Software, Kurse (sowohl online als auch vor Ort), Nachhilfe und mehr. Die meisten Teilnehmer beginnen drei bis sechs Monate vorher mit dem Lernen.

Achtung: Im Gegensatz zu Tests dürfen Sie beim GMAT keinen Taschenrechner benutzen!

Wiederholung

Grundsätzlich können Sie den aktuellen Test auf Wunsch mehrmals wiederholen. Voraussetzung: Es müssen mindestens 31 Tage zwischen den Terminen liegen. Allerdings erscheinen auf dem Beurteilungsbogen alle vorigen Ergebnisse.

Vorbereitung auf den GMAT

Folglich bekommt Ihre Wunschuniversität auch Ihre Fehlversuche zu sehen. Besser ist es also, sich so gründlich wie möglich vorzubereiten. Dazu stehen Ihnen eine Reihe unterschiedlicher Mittel und Wege zu Verfügung:

Bücher zur GMAT Preparation

Einer der renommiertesten Leitfäden zum Thema stammt von den Machern des GMAT selbst.
“The Official Guide for GMAT” wartet mit rund 800 Multiple-Choice-Fragen auf. Das Besondere: Alle Aufgaben sind “echt”. D.h. Sie arbeiten sich anhand der Übungen vergangener Jahre Stück für Stück durch alle Disziplinen. Der Leitfaden wird jährlich aktualisiert.
Empfehlenswerte weitere Bücher zur GMAT Vorbereitung sind:

GMAT 2016 Official Guide Bundle

Cracking the GMAT Premium Edition with 6 Computer-Adaptive Practice Tests, 2016 (Graduate School Test Preparation)

GMAT-Crashkurse

Wer das bloße Studium aus Büchern zu trocken findet, der bevorzugt unter Umständen den schulischen Unterrichts-Stil. Abhängig vom Anbieter treffen Sie dort auf 6 bis 8 (max. 15) Mitlernende. Idealerweise verfügen die Dozenten über eigene Erfahrung mit dem MBA-Studium in den USA und kennen aktuelle Tendenzen und Neuerungen beim GMAT-Verfahren. Vor allem aber können sie im Rahmen von GMAT-Kursen gezielt auf individuelle Fragestellungen in den einzelnen Test-Sektionen eingehen.
Studentenhilfen.de organisiert in Kooperation mit GMAT-Test.de Crashkurse für den GMAT in Münster und Stuttgart an mehreren Terminen im Jahr.

Online-Kurse zur GMAT Preparation

Die direkte Ansprache eines Dozenten in Verbindung mit der Bequemlichkeit der eigenen vier Wände.  Das sind wohl die entscheidenden Vorteile, wenn Sie sich Online GMAT Vorbereitungen ansehen. Außerdem sparen Sie sich die Gebühren für Präsenzkurse und eventuelle Übernachtungen am Unterrichtsort. In zum Teil mehrstündigen Videos gibt es Einblicke in alle Bereiche des GMAT: Es werden realistische Beispielaufgaben besprochen und Bewertungs-Schemata dargelegt. Damit bekommen Sie einen realistischen Eindruck von dem, was Ihnen bevorsteht.
Studentenhilfen.de hat eine ganzen Reihe an Video Vorträgen zur GMAT Vorbereitung in Kooperation mit lecturio.de zusammengetragen.

So sieht der GMAT aus

Sinn und Zweck des Tests ist es, Ihre mathematischen, verbalen und analytischen Fähigkeiten zu bewerten, die Sie im Laufe Ihrer bisherigen Ausbildung entwickeln konnten. Dazu besteht der GMAT aus drei Teilen: Analytical Writing Assessment (AWA), Quantitative Section und Verbal Ability. Im Einzelnen:

1. Analytical Writing Assessment (AWA)

Der Bereich Analytical Writing Assessment (AWA) besteht aus zwei Essays, für die Sie jeweils 30 Minuten Zeit haben. Die Texte werden anschließend sowohl von einem Menschen als auch von einem Computerprogramm auf einer Skala von 0 bis 6 bewertet.

Wenn diese beiden Bewertungen zu weit auseinander klaffen, wird der Text noch ein drittes Mal von einem Menschen überprüft. Momentan liegt der durchschnittlich erreichte Wert aller Prüflinge bei 4.4 Punkten.

2. Quantitative Section

In der Quantitative Section müssen Sie 37 Fragen in Form von Multiple Choice innerhalb von 75 Minuten beantworten. Sie testen die mathematischen und logischen Fähigkeiten. Hier können Sie 0 bis 60 Punkte erreichen, wobei der Durchschnitt in etwa bei 36 Punkten liegt.

3. Verbal Section

Schließlich folgt die Verbal Section. Bewerber müssen hier 41 Fragen zur englischen Sprache beantworten (Multiple Choice-Verfahren). Auch hier haben Sie 75 Minuten Zeit, und es gibt 0 bis 60 Punkte.

Allerdings liegt die Durchschnittswertung mit etwa 28 Punkten hier niedriger als im vorangegangenen Teilbereich.

GMAT-Ergebnisse

Nach etwa vier Stunden haben Sie die Testaufgaben des GMAT geschafft. Die Punktzahl, die dabei erreicht werden kann, liegt schlussendlich auf einer Skala zwischen 200 und 800. Allerdings wird der erste Teil (AWA) nicht mitgezählt.

Dennoch erscheint die Punktzahl separat auf dem Berichtsbogen. In der Regel erreichen zwei Drittel aller Testteilnehmer zwischen 400 und 600 Punkten.

Das (inoffizielle) Ergebnis  kann unmittelbar nach dem Test eingesehen werden. Nach 20 Tagen erhalten Sie den offiziellen Berichtsbogen. Auf Wunsch auch die Hochschule, an der Sie sich bewerben möchten.

Die Aufgabenstellung des GMAT orientiert sich an den Antworten des Kandidaten. Das heißt: bei einer falschen Antwort folgt, ohne dass Sie es merken, eine leichtere Frage. Auf diese Weise fällt auch der Endpunktestand niedriger aus.

Daher sollten Sie sich bei jeder einzelnen Frage bestmöglich ins Zeug legen. Zurückspringen und Korrigieren ist nämlich nicht möglich.

Weiterführende Links

GMAT – Offizielle Website des Graduate Management Admission Council
mba-studium.net – Ratgeber zum MBA Studium und GMAT

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